Wegen Gewalt: Gespräche über Einheitsregierung unterbrochen

GAZA (inn) – Hamas und Fatah haben ihre Gespräche über eine palästinensische Einheitsregierung ausgesetzt. Der Grund waren heftige interne Kämpfe, die seit Donnerstag 21 Todesopfer gefordert haben. Zahlreiche Palästinenser wurden zudem verletzt.

“Der ganze Dialog könnte explodieren”, sagte Fatah-Sprecher Tawfik Abu Chussa am Freitagabend. Er machte die Hamas für die Auseinandersetzungen verantwortlich. “Wie kann ein Dialog weitergehen, wenn eine Bombe unter dem Tisch liegt?”

Kurz darauf äußerte sich auch ein Hamas-Vertreter: Infolge der “schrecklichen Massaker”, die im Gazastreifen verübt worden seien, “haben wir beschlossen, den Dialog mit der Fatah zu verschieben”, so Ismail Radwan im Namen der Terrorgruppe. Am Sonntagabend hatten sich Mahmud Abbas (Fatah) und Chaled Mascha´al (Hamas) in Damaskus getroffen. Sie vereinbarten, dass in den folgenden zwei Wochen über eine nationale Einheitsregierung verhandelt werden solle.

Unter den Toten ist auch ein zweijähriger Junge, teilten Krankenhausmitarbeiter in Gaza mit. Er starb bei einem Angriff auf ein Fahrzeug im südlichen Gazastreifen. Hamas und Fatah machten sich gegenseitig für den Tod des Kindes verantwortlich. Das berichtet die Tageszeitung “Ha´aretz”. Die beiden Gruppierungen beteuern auch, sie hätten mehrere Mitglieder der jeweils anderen Fraktion als Geiseln genommen.

Am Freitag beging die Hamas den ersten Jahrestag ihres Sieges bei den Parlamentswahlen. Ursprünglich waren Feiern in mehreren Städten im Westjordanland und im Gazastreifen geplant. Doch wegen der innerpalästinensischen Gewalt fand nur eine größere Veranstaltung in Dschabalija bei Gaza statt. Der palästinensische Premier Ismail Hanije sagte einen Auftritt bei dieser Versammlung ab, offenbar aus Furcht vor Angriffen.

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