Wegen Annapolis: Hamas droht mit Anschlägen

GAZA (inn) - Vor dem Nahost-Gipfel in Annapolis hat die radikal-islamische Hamas mit verstärkten Angriffen auf Israel gedroht. Die palästinensische Terrorgruppe kritisierte die Entscheidung der Arabischen Liga, sich an dem Treffen zu beteiligen.

Die Hamas kündigte an, effizientere Raketen gegen Israel einzusetzen. „Sie können in einer kurzen Zeit entwickelt werden, um ausreichend Angst und Furcht zu schaffen und die Israelis in Schmerz leben zu lassen – nicht weniger als das, was unsere Leute wegen der wiederholten Einfälle in unsere Dörfer und Städte im Westjordanland und in Gaza durchleben“, heißt es in einer Mitteilung von Ahmed Jussef, einem Vertreter der Terrorgruppe. Israel habe Friedensangebote der Hamas zurückgewiesen.

Der Hamas-Führer Mussa Abu Marsuk in Damaskus wurde auf einer Webseite der Organisation mit den Worten zitiert: „Widerstand in allen Formen und mit allen Mitteln wird im Westjordanland und in Gaza gegen den zionistischen Feind eskalieren.“ Denn Annapolis werde die Willkür des politischen Vorgehens zeigen.

Kritik an Arabischer Liga

Am Samstag verurteilte die palästinensische Gruppierung den Beschluss der Arabischen Liga, am Annapolis-Gipfel teilzunehmen, der am Montagabend beginnen soll. Die Konferenz werde eher israelische Politik bevorzugen als palästinensische Forderungen. Die Hamas selbst hat keine Einladung erhalten.

Minister der Arabischen Liga hatten am Freitag entschieden, zu dem Gipfel im US-Bundesstaat Maryland zu fahren. Sie hoffen, die Schaffung eines Palästinenserstaates vorantreiben zu können. Außerdem wollen sie Israel als Teil eines regionalen Friedensprozesses zur Rückgabe der Golan-Höhen an Syrien bewegen, schreibt die Tageszeitung „Ha´aretz“.

Der Hamas-Anhänger Sami Abu Suhri sprach nach der arabischen Ankündigung von einem „großen Schock für die Palästinenser“. Sie öffne die Tür für eine direkte Normalisierung mit Israel „mit seiner fortgesetzten Eskalation und Aggression“. Er fügte hinzu: „Die Palästinenser hatten einen arabischen Konsens erwartet, um die Belagerung zu brechen.“ Damit bezog er sich auf das westliche Embargo gegen die Hamas und israelische Militäreinsätze im Gazastreifen seit dem Wahlsieg seiner Organisation Anfang 2006. „Dieses Treffen wird nur mehr Scheitern erreichen und der palästinensischen Sache sowie arabischen und palästinensischen Rechten schaden.“

Demonstrationen gegen Annapolis

Am Freitag protestierten im Gazastreifen Zehntausende Palästinenser gegen den geplanten Gipfel. Nach dem Freitagsgebet marschierten Demonstranten durch Chan Junis und skandierten: „Tod Israel“. Auf Transparenten hieß es, George W. Bush sei „ein Verbrecher, kein Friedensstifter“. Der US-Präsident hatte die Konferenz in Annapolis initiiert. Örtliche Hamas-Führer kündigten für die kommenden Tage weitere Kundgebungen gegen das internationale Treffen an. Sie sollten ihren Höhepunkt in einer Veranstaltung in Gaza-Stadt finden, die gleichzeitig mit dem Annapolis-Gipfel geplant sei.

In Dschabalija demonstrierten etwa 2.000 Anhänger des Islamischen Dschihad. Ihr Führer Chaled al-Batsch sagte: „Wir halten jede arabische Bemühung, diesen Gipfel gelingen zu lassen, für eine Kapitulation. Wir anerkennen keine Ergebnisse dieses Treffens… Unsere Antwort ist Widerstand.“

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