Wasserknappheit: Israel protestiert gegen Vorwürfe von “Amnesty International”

LONDON (inn) - Die Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" hat Israel vorgeworfen, den Palästinensern weniger Wasser zu liefern als vereinbart. Vertreter des israelischen Regierungschefs und der Wasserbehörde wiesen die Vorwürfe zurück.

In dem am Dienstag veröffentlichten Bericht heißt es, die Israelis verbrauchten pro Kopf viermal soviel Wasser wie die Palästinenser. Der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch der Israelis liege bei 300 Litern, bei den Palästinensern seien es nur 90 Liter. Dem widersprach die israelische Wasserbehörde, die 408 Liter auf israelischer und 287 Liter auf palästinensischer Seite angab.

Israel versorge die Palästinenser mit mehr Wasser, als es nach dem Wasserabkommen verpflichtet sei, sagte der Sprecher des israelischen Premierministers, Mark Regev. Die Beschuldigungen der Menschenrechtsgruppe bezeichnete er als “absurd”. Israel hält sich nach eigenen Angaben an das Oslo-Abkommen von 1993. Den Palästinensern wirft es hingegen vor, Wasser nicht zu wiederzuverwerten und die Vorräte nicht effizient zu nutzen. Dies berichtet die Tageszeitung “Ha´aretz”.

Die Israelis kontrollieren den größten Teil des Wasserbestandes im Westjordanland. Sie pumpen von einer Grundwasserschicht, die sich zwischen Israel und dem Palästinensergebiet befindet. Die Bedingungen wurden in Oslo ausgehandelt. Menschenrechtsgruppen beschuldigen Israel, die Menge nicht parallel zum palästinensischen Bevölkerungswachstum erhöht zu haben.

Bezüglich des Gazastreifens heißt es bei “Amnesty International”, die Grundwasserschicht an der Küste sei durch Meerwasser und Abwässer verunreinigt. Es ist die einzige Frischwasserressource des palästinensischen Gebietes.

Ein weiterer Vorwurf von “Amnesty International” lautet, der palästinensische Wassermangel sei durch die Swimmingpools und die grünen Gärten der israelischen Siedler mit verursacht. Ähnliche Beschuldigungen gegen Israel wurden bereits vor ein paar Jahren geäußert – es ging um die Wasserknappheit im Gazastreifen, die durch die Swimmingpools der damaligen Siedler bedingt sei. Allerdings gibt es auch auf palästinensischer Seite große private Schwimmbecken.

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