Wahl im Likud: Bibi Netanyahu bringt Sharon weitere Niederlage bei

TEL AVIV (inn) – Benjamin (Bibi) Netanyahu hat sich im internen Machtkampf gegen Premierminister Ariel Sharon erneut durchgesetzt. In einer Kampfabstimmung um den einflußreichen Posten des Parteisekretärs des Likud siegte am Donnerstagabend Moshe Arens gegen den Sharon-Vertrauten Eitan Sulami sowie gegen Rami Levy.

Der 1925 in Litauen geborene Raumfahrtingenieur und Diplomat Arens gilt als politischer Ziehvater von Netanyahu. Arens, der mehrfach als Verteidigungsminister amtierte, hatte Netanyahu Mitte der 90er Jahre an die Spitze der größten Rechtspartei Israels gebracht.

Das Ergebnis im 65köpfigen Parteisekretariat fiel knapp zugunsten von Arens aus. Er erhielt 20 Stimmen Sulami (16) – ein ehemaliger Vizebürgermeister von Tel Aviv – galt als Wunschkandidat von Premierminister Sharon. Rami Levy (18) ist politisch in seinem Wohnort Haifa aktiv.

Im Vorfeld der Partei-Entscheidung zur Listenaufstellung für die spätestens im kommenden Jahr stattfindenden Knessetwahlen hat Netanyahu nun die besseren Karten. Er hatte dem Premierminister bereits vor wenigen Wochen eine katastrophale Abstimmungsniederlage im Zentralkomitee des Likud beschert.

Der als charismatisch geltende Bibi war von 1996 bis 1999 Regierungschef und hat sein politisches Comeback angekündigt. Beobachter rechnen mit einer unausweichlichen Kampfabstimmung über die Führung des Likud zwischen Netanyahu und Sharon.

Hintergrund Likud:

Der 1973 gegründete Likud-Block ist die große Rechtspartei in Israel. Seine Stammwähler sind weniger verdienenden Bevölkerungsgruppen der Großstädte sowie Bewohner von Entwicklungsstädten im Süden des Landes.

Seine politischen Wurzeln sind die 1948 von Menahem Begin gegründete rechtsnationale Herut-Partei sowie die aus der Allgemeinen Zionistischen Bewegung hervorgegangene Liberale Partei.

Von 1948 bis 1967 sowie von 1969 bis 1977 war die politische Rechte Israels in der Opposition. In den vergangenen 24 Jahren stellte der Likud vier Regierungschefs: Menahem Begin, Yitzhak Shamir, Benjamin Netanyahu und Ariel Sharon.

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