Waffenschmuggelschiff: 20 Jahre Haft für Drahtzieher

JERUSALEM (inn) - Ein israelisches Militärgericht hat den Verantwortlichen für das Waffenschmuggelschiff "Karine A", Fuad Schubaki, zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Schiff war im Januar 2002 von israelischen Spezialeinheiten im Roten Meer aufgebracht worden, als es sich auf dem Weg zum Gazastreifen befand.

Schubaki war als führender Finanzbeamter für die palästinensischen Sicherheitskräfte tätig. Damit war er auch für das Waffenschiff verantwortlich. Am Sonntag verfügte das Militärgericht von Judäa, dass der 70-jährige Palästinenser für 20 Jahre in Haft müsse, auch wenn sein Gesundheitszustand nicht gut sei. Die Israelis hatten ihn 2006 bei einer Razzia aus dem Gefängnis von Jericho geholt. Dort saß er mit den Mördern des ehemaligen israelischen Tourismusministers Rehavam Se´evi ein.

“Der Angeklagte ist kein gewöhnlicher Waffenhändler”, schreiben die Richter laut der Zeitung “Jediot Aharonot”. “Es ist nicht schwierig, sich vorzustellen, was für eine zerstörerische Auswirkung so bedeutende Mengen von Waffen auf das Leben israelischer Bürger gehabt hätten.”

Nach seiner Festnahme im Jahr 2006 hatte Schubaki bei einer Vernehmung geäußert, die Palästinensische Autonomiebehörde habe Terrorzellen finanziert. Nach seiner Einschätzung würden alle zwei Jahre 7 bis 10 Millionen Dollar für Waffen für den Gazastreifen eingesetzt. Hinzu kämen 2 Millionen Dollar für Kampfmittel im Westjordanland. Das Geld komme aus internationaler Unterstützung für die PA, Steuergeldern, die Israel an die Palästinenser weitergebe, sowie im Gazastreifen eingezogene Steuern.

In der Fracht der “Karine A” befanden sich unter anderem 50 Tonnen zum Teil hochentwickelter Waffen wie Katjuscha-Raketen, Gewehre, Mörsergranaten, Minen sowie verschiedene Panzerabwehr-Raketen.

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