Vorwurf des Geheimnisverrates mit USA geklärt

Israels Verteidigungsminister Lieberman hat die gute Zusammenarbeit zwischen seinem Land und den USA auf dem Gebiet des Informationsaustauschs gelobt. Im Gespräch mit dem Armeesender äußerte er sich zudem besorgt über „das Wettrüsten“ im Nahen Osten. Kritik übte er am europäischen Anti-Terrorkampf.
Auf Terror folgten in Europa nur Worte, aber keine Taten, kritisiert Israels Verteidigungsminister Lieberman

Foto: MSC/Preiss

Auf Terror folgten in Europa nur Worte, aber keine Taten, kritisiert Israels Verteidigungsminister Lieberman

JERUSALEM (inn) – Israel hat „einige kleine Veränderungen“ beim Teilen seiner Geheimdienstinformationen mit den USA vorgenommen. Das hat Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Mittwochmorgen gegenüber dem Armeeradio erklärt. Damit reagierte er erstmals auf Berichte, laut denen US-Präsident Donald Trump sensible Informationen des israelischen Geheimdienstes über Anschlagspläne von IS-Terroristen an Russland weitergegeben haben soll.

Die Geheimdienst-Kooperation mit den USA sei beispiellos, betonte Lieberman. Er fügte hinzu: „Was wir mit unseren Freunden, den USA, zu klären hatten, haben wir geklärt.“ Nicht alles müsse öffentlich in den Medien diskutiert werden. „Die Bereitschaft der USA, mit uns in neuen sensiblen Bereichen des Geheimdienstes zusammenzuarbeiten, ist beispiellos. Deshalb müssen diese Dinge in Ruhe und hinter verschlossenen Türen besprochen werden.“

Bei seinem Besuch in Israel war Trump zu der Angelegenheit von Journalisten befragt worden. Er sagte dazu, er habe den Namen „Israel“ bei seinem Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in dem Zusammenhang nicht erwähnt.

Rüstungshandel zwischen USA und Saudi-Arabien „beunruhigend“

Lieberman äußerte sich unterdessen besorgt über die Rüstungskäufe in der Region. „Ich habe keinen Frieden über das Wettrüsten im Nahen Osten. Die Waffenverkäufe in der Region haben 215 Milliarden Dollar erreicht, das ist keine kleine Summe“, sagte der Verteidigungsminister laut der Tageszeitung „Ha’aretz“. Auch der jüngste Rüstungsdeal zwischen den USA und Saudi-Arabien beunruhige ihn. Das arabische Land will demnach ein Rüstungspaket über 110 Milliarden Dollar sofort kaufen. In den kommenden zehn Jahren will es weitere Waffen im Wert von 350 Milliarden Dollar von den USA erwerben. Darunter seien Panzer, Kriegsschiffe, Raketenabwehrsysteme sowie Technologien für die Cybersicherheit.

„Politische Korrektheit“ schadet Anti-Terrorkampf

Der Verteidigungsminister reagierte zudem auf den Anschlag im britischen Manchester in der Nacht zum Montag. Ein 22-jähriger Selbstmordattentäter hatte sich auf einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in die Luft gesprengt und mindestens 22 Menschen mit sich in den Tod gerissen.

Die Ursache solcher Anschläge sei Extremismus unter jugendlichen Muslimen, die nicht in die Gesellschaft integriert seien, erklärte Lieberman. Solange diese Menschen nicht die „universellen europäischen Werte“ annähme, werde sich nichts ändern. Er glaube nicht, dass der jüngste Anschlag etwas an der Taktik Europas im Anti-Terrorkampf ändern werde. Dies liege am europäischen Charakter des „politisch Korrektseins“. Jeder Anschlag in Europa führe zu vielen Worten, aber nicht zu Taten.

Von: dn

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