Videokonferenz mit Holocaust-Opfer

JERUSALEM (inn) – Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat ein neues Medium entdeckt, um Menschen außerhalb Israels über die Judenverfolgung durch die Nazis zu informieren: Wenn die Holocaust-Überlebenden nicht selbst ins Ausland reisen können, findet die Kommunikation per Videokonferenz statt. In der vergangenen Woche hat der ehemalige KZ-Häftling Jehoschua Bichler dies mit einer Frankfurter Schulklasse ausprobiert.

Bichler erzählte den Gymnasiasten von seiner Zeit im Konzentrationslager Buchenwald und erinnerte an das Schicksal seiner Familie – die meisten Angehörigen hatten die Judenverfolgung nicht überlebt. Die Schüler konnten ihm Fragen stellen. Für Antworten zu allgemeineren Themen standen zusätzlich Mitarbeiter der Gedenkstätte in Jerusalem zu Verfügung, berichtet die Tageszeitung “Ha´aretz”.

Seit Anfang der 90er Jahre war Bichler oft in deutschen Schulen zu Gast. Doch allmählich fällt ihm das Reisen schwerer – ähnlich geht es vielen Überlebenden. Die Videokonferenz sei nicht gleichwertig mit einem direkten Treffen, sagt er: “Beim Video hatte ich das Gefühl, dass es nicht so war, wie von Angesicht zu Angesicht mit Schülern zu sprechen.” Dennoch hält er das Medium für eine ausgezeichnete Idee, wenn ein direktes Treffen nicht stattfinden kann.

Das Video-Projekt befindet sich noch in der Experimentierphase, aber Yad Vashem will es zu einem zentralen Mittel für den weltweiten Unterricht über den Holocaust machen. Dabei sollen vor allem Lehrer angeleitet werden. Im vergangenen Schuljahr haben etwa 400 europäische Lehrer an Kursen der Gedenkstätte teilgenommen. Damit ist die Zahl im Vergleich zu früheren Jahren deutlich gestiegen. Doch Yad Vashem will noch mehr Lehrer erreichen – auch durch die Videokonferenzen.

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