Vertrauen in Militär wesentlich höher als in Polizei

Die israelischen Streitkräfte genießen einen beinahe einhelligen Rückhalt in der Gesellschaft. Andere Sicherheitsorgane kommen nicht so gut weg. Und es heißt auch nicht, dass in grundlegenden Sicherheitsfragen Einigkeit besteht.
Die israelischen Verteidigungskräfte sorgen für die Sicherheit des jüdischen Staats und machen laut Umfrage einen guten Job

Foto: IDF, flickr

Die israelischen Verteidigungskräfte sorgen für die Sicherheit des jüdischen Staats und machen laut Umfrage einen guten Job

JERUSALEM (inn) – Eine neue Studie belegt das weiterhin große Vertrauen der Israelis in ihre Streitkräfte. Die Befragung des Nationalen Instituts für Sicherheitsstudien (INSS) ergab, dass 93 Prozent ihrem Militär vertrauen. Dem Auslandsgeheimdienst Mossad vertrauen 86 Prozent und dem Inlandsgeheimdienst Schabak 80 Prozent. Dagegen glauben nur 53 Prozent, sich auf die Polizei verlassen zu können.

Eine große Mehrheit von 87 Prozent sieht die Streitkräfte für den nächsten Konflikt gewappnet. Nur 13 Prozent glauben, dass sie nicht ausreichend vorbereitet sind.

Integrative Kraft und Zankapfel zugleich

Mit Sorge betrachten die Israelis das politische Klima in ihrem Land. 64 Prozent denken, dass ideologische Grabenkämpfe sich negativ auf die Schlagkraft ihrer Truppen auswirken. Sie sehen das Militär als die Armee des gesamten Volkes. Die meisten Israelis halten die Wehrpflicht daher für eine gute Sache: Nur 19 Prozent plädieren dafür, sie abzuschaffen.

Die meisten israelischen Bürger wollen ultra-orthodoxe Jugendliche konsequent in die Armee einbinden. 67 Prozent sprechen sich für eine Lösung aus, bei der nur ein kleiner Teil von ihnen weiterhin in den Religionsschulen, den Jeschivas, weiterstudiert und der Rest entweder Wehr- oder Zivildienst leistet. Notfalls können sich 19 Prozent der Befragten vorstellen, mehr Rücksicht auf religiöse Männer zu nehmen und dafür die Integration von Frauen einzuschränken. 47 Prozent der Israelis hätten jedoch lieber einen Kompromiss aus den Bedürfnissen aller Gruppen.

Die Frage der Annexion

Angedachte Annexionen des Westjordanlandes sieht die israelische Gesellschaft kritisch. 45 Prozent sind gegen jede Form von israelischer Souveränität in Judäa und Samaria. Dagegen können sich 26 Prozent eine Annektierung von Siedlungsblöcken vorstellen. 14 würden gleich alle jüdischen Städte annektieren, 8 Prozent können sich dies für die gesamte von Israel verwaltete Zone C vorstellen und 7 Prozent für das gesamte Westjordanland.

Eine Zwei-Staaten-Lösung halten nur 11 Prozent der Befragten in nächster Zukunft für realistisch. 40 Prozent sehen zwar eine Chance, aber nicht in naher Zukunft. Ein Drittel der Israelis hält diese Variante für ganz und gar unmöglich. Die gegenwärtige Situation schätzen jedoch zwei Drittel der Umfrageteilnehmer als schädlich für Israel ein. Im Jahr 2017 waren nur 56 Prozent dieser Meinung.

Von: tk

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