Verteidigungsministerium: Fotojournalist war Hamas-Mitglied

Der getötete Fotojournalist entpuppt sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums als Hamas-Mitglied. Für die Terror-Organisation besteht weiterhin das Ziel, nach „ganz Palästina“ zurückzukehren. Unterdessen sorgt eine Aufnahme israelischer Soldaten für Empörung.
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Für Verteidigungsminister Lieberman meint, Hamas-Aktivisten geben häufig vor, als Journalisten zu agieren
Für Verteidigungsminister Lieberman meint, Hamas-Aktivisten geben häufig vor, als Journalisten zu agieren

GAZA (inn) – Nach Informationen des israelischen Verteidigungsministeriums war der am vergangenen Freitag getötete Fotojournalist Jasser Murtadscha ein Mitglied der Terror-Organisation Hamas. Das sagte ein Vertreter des Ministeriums am Dienstag. Murtadscha habe ständig mit Vertretern der Hamas in Kontakt gestanden. Im Jahr 2015 soll er versucht haben, für die Terror-Organisation eine Drohne für die Luftaufklärung in den Gazastreifen zu bringen.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman teilte laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ mit, es sei nicht das erste Mal, dass Hamas-Mitglieder vorgeben, Journalisten oder medizinische Betreuer zu sein. Israel habe zudem die Demonstranten zuvor gewarnt, sich nicht in Gefahr zu begeben.

Hanije: Palästinensische Sache zurück auf internationaler Bühne

Unterdessen hält die Hamas am Ziel ihrer Proteste fest, nach „ganz Palästina“ zurückzukehren. Das sagte Hamas-Führer Ismail Hanije am Montag. Die Hamas werde Israel nicht anerkennen und auch keine Zugeständnisse machen. Nach seiner Ansicht haben die Proteste die „palästinensische Sache“ zurück auf die internationale Agenda gebracht.

In seiner Rede stellte er sich vor eine Wand mit den Portraits von Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela, die ihrerseits als Friedens- oder Menschenrechtsaktivisten gelten. Hanije betonte weiter: „Palästina und Jerusalem gehören uns.“ Er rief die Palästinenser auf, die „Friedfertigkeit“ der Proteste zu bewahren, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Aufnahme von Soldaten in der Kritik

Unterdessen sorgt ein Video für Empörung, das am Montag veröffentlicht worden ist. Es zeigt israelische Soldaten, die auf einen unbewaffneten Palästinenser schießen und dann in Jubel ausbrechen. Der Vorfall trug sich bereits am 22. Dezember zu.

Die Armee gab am Dienstag bekannt, Untersuchungen einzuleiten. Nach ersten Erkenntnissen fügten die Soldaten, anders als sie im Video glauben machen, dem Palästinenser keinen Kopfschuss zu, sondern verletzten ihn am Bein. Laut Armee hat sich der Schütze angemessen verhalten: Der fragliche Palästinenser habe unter Verdacht gestanden, eine Gewaltaktion gegen den Grenzzaun anzuführen.

Weiter hieß es von der Armee, der Mann hinter der Kamera, der den Schuss auch bejubelt hat, habe nicht zur Einheit gehört. „Der Schütze verdient Anerkennung, der Kameramann einen Tadel“, sagte Lieberman lapidar. Zugleich äußerte er Verständnis für das Verhalten. Dieses sei zwar unangemessen, angesichts der Stresssituation aber nachvollziehbar.

Bei anderen Politikern stieß das Video auf Kritik. Der Abgeordnete Nachman Schai von der Zionistischen Union drängte auf eine Untersuchung. „Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte mögen eine moralische Armee sein, doch es kommen auch unmoralische Handlungen vor. Wir befinden uns nicht nur im Kampf mit der Hamas, sondern auch für uns, für unsere Werte, und für die Identität der israelischen Gesellschaft.“

Ähnlich kritisch äußerten sich auch der Vorsitzende der Oppositionspartei Jesch Atid, Jair Lapid, und der Likud-Abgeordnete Jehuda Glick. Letzterer nannte das Video „verstörend und enttäuschend“. Bildungsminister Naftali Bennett (Jüdisches Haus) nahm die Soldaten hingegen in Schutz. „Jeder, der jemals im Einsatz war, weiß: Wer in Tel Aviv oder in einem Studio hockt und die Äußerungen der Soldaten beurteilt, kann es nicht ernst meinen.“ Er betonte weiter: „Die Soldaten schützen unser Leben. Wir schützen sie. Wir lassen sie nicht im Stich.“

Von: df

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