Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ meldet, demonstrierten etwa 150 Muslime auf dem Platz gegen den Besuch der Gruppe und begannen, diese mit Steinen zu bewerfen. Die Polizisten setzten Tränengas und Blendgranaten gegen die Muslime ein. Bei den Krawallen wurden 17 Beamte und mindestens 13 Araber verletzt. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) sprach von 40 verwundeten Gläubigen.
Nach den Krawallen wurden in verschiedenen Teilen der Jerusalemer Altstadt kleinere Unruhen gemeldet. Die Polizei verstärkte daher ihre aufgrund des jüdischen Versöhnungstages Jom Kippur am Montag bereits hohe Alarmbereitschaft.
Die PA forderte nach den Unruhen auf dem Tempelberg „die Masse der arabischen und islamischen Nationen und die Liebhaber von Gerechtigkeit in der Welt dazu auf, gegen dieses Verbrechen zu protestieren und es mit allen legitimen Mitteln zurückzuweisen“.
Chefunterhändler Saeb Erekat bezeichnete die „Attacke auf gewöhnliche Zivilisten und Gläubige als inakzeptabel“. Israelische Siedler versuchten „das Jerusalem, wie es einst war, zu zerstören, die offene und multikulturelle Stadt – Heimat der drei größten monotheistischen Glaubensrichtungen … Israels Taten sind beides, illegal und darauf ausgerichtet, Jerusalem zu einer vereinten Stadt ausschließlich für israelische Siedler zu machen, während Israel weiterhin die christliche und muslimische Population der Stadt angreift“, sagte Erekat weiter.
„Heute Al-Aksa, morgen die Grabeskirche“
Erzbischof Atallah Hanna von der Griechisch-Orthodoxen Kirche sagte nach den Krawallen: „Wir, als christliche Palästinenser und Jerusalemer, können nicht die Hände in den Schoß legen angesichts dessen, was heute passiert ist. Heute ist es Al-Aksa, morgen wird es die Grabeskirche sein. Die Besatzung und ihr Rassismus schließt keinen aus … Wir sind keine Fremden in unserer Stadt. Wir sind keine Gäste. Der Fremde ist der, der kam und dieses Land kolonisiert hat. Wir sind die Besitzer dieses Landes und wir werden hier bleiben, denn das ist unsere Heimat, das ist unser Jerusalem und das sind unsere heiligen Stätten“, so der Geistliche.
„Früchte des Dreiergipfels“
Die radikal-islamische Hamas im Gazastreifen forderte die PA nach den Vorfällen dazu auf, sämtliche Verhandlungen mit Israel sofort einzustellen. Die Krawalle seien die Früchte des Dreiertreffens zwischen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Israels Premier Benjamin Netanjahu und US-Präsident Barack Obama, sagte Hamasführer Muschir al-Masri vor Demonstranten in Gaza.