USA zahlten Millionen an Abbas-Söhne – Palästinensischer Korruptionsbericht veröffentlicht

RAMALLAH (inn) - Die US-Regierung unter George W. Bush hat den beiden Söhnen von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zwei Millionen Dollar für ihre Firmen gezahlt. Das Geld bekamen Tarek und Jasser Abbas nach dem Amtsantritt ihres Vaters vor vier Jahren.

Durch Straßenbau- und PR-Aufträge der US-amerikanischen Entwicklungsbehörde (USAID) konnten die Abbas-Söhne ihre Firmen unterhalten. Das geht aus einem unveröffentlichten Bericht hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Die Namen von Mitarbeitern der Firmen Falcon und Sky wurden “aus Gründen der Vertraulichkeit und der Sicherheit” in den Dokumenten geschwärzt. Darunter befänden sich auch die Namen von Tarek und Jasser Abbas.

Die USAID versicherte, dass die Abbas-Söhne die Aufträge durch öffentliche Ausschreibungen erhalten hätten. Familiäre Verhältnisse hätten dabei keine Rolle gespielt. Tarek Abbas ist der Generalmanager von Jasser Abbas’ Firma “Falcon Electro Mechanical Contracting Company und Sky Advertising Company”.

Bericht über Veruntreuung und Vetternwirtschaft

Aus dem jährlichen Bericht des palästinensischen “Vereins gegen Korruption” geht unterdessen hervor, dass Bevorzugung, Vetternwirtschaft und Veruntreuung von öffentlichen Geldern die gängigsten Methoden der Korruption in den palästinensischen Gebieten sind. Die Situation bezüglich der Handhabung öffentlicher Gelder habe sich allerdings verbessert, heißt es in dem 41 Seiten langen Bericht.

Weiter weist der Verein darauf hin, dass ein Anti-Korruptions-Komitee die einzige Möglichkeit zur Bekämpfung sei. Außerdem sei ein aktiver Legislativrat (PLC) notwendig, der die Unterschlagung von Geldern verhindere. Seit die Hamas die Kontrolle im Gazastreifen übernommen habe, habe der PLC keine Aufgaben mehr ausgeübt, berichtet die Nachrichtenagentur “Ma´an”. Aus diesem Grund sei auch der private Sektor nicht frei von Korruption.

Die Ergebnisse des Berichts veröffentlichte der “Verein gegen Korruption” am Mittwoch in Ramallah. An der Konferenz nahmen Vertreter von palästinensischen Behörden teil.

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