USA wollen israelische Lernsoftware für Soldaten im Irak

JERUSALEM (inn) – Das US-Militär ist offenbar an einer Bildungs-Software der israelischen Armee für seine Soldaten im Irak interessiert. In dem Programm wird gelehrt, wie sich die Armeeangehörigen korrekt in “besetzten Gebieten” zu verhalten haben.

Wie die Tageszeitung “Jerusalem Post” unter Berufung auf hochrangige israelische Offiziere meldet, hat das US-Militär Israel gebeten, das Softwareprogramm in die englische Sprache zu übersetzen.

Das Programm wurde vom Büro des Wehrdisziplinaranwalts entwickelt und kürzlich fertiggestellt. Zuvor waren immer häufiger Kommandeure an die Anwälte der Armee herangetreten und hatten gebeten, die Truppen, die in Kämpfe und schwierige Situationen in den Autonomiegebieten verwickelt sind, im korrekten Verhalten zu unterrichten. Da nicht genügend Personal für die entsprechenden Unterrichtsstunden vorhanden war, wurde die Lernsoftware entwickelt. Durch die Animationen und Filmausschnitte komme sie bei den Benutzern zudem besser an als eine Lektion über Internationales Recht, heißt es in dem Bericht weiter.

Das Programm enthält Filmausschnitte, Animationen, nachgestellte Szenen, um den Soldaten zu zeigen, wie sie sich beispielsweise an Straßensperren, bei Festnahmen oder Auseinandersetzungen mit Demonstranten korrekt zu verhalten haben. Unter anderem wird auch gezeigt, wie mit Krankenwagen umgegangen werden soll, da diese immer wieder zum Schmuggeln von Waffen, Sprengstoff oder Terroristen genutzt wurden.

Die Lernsoftware basiert auf elf Grundsätzen. Dazu gehören neben der Aufforderung zu Respekt gegenüber der Zivilbevölkerung oder Gefangenen unter anderem die Anweisungen: militärische Aktionen nur gegen militärische Ziele einzusetzen, religiöse und kulturelle Stätten und Gegenstände zu respektieren und niemanden anzugreifen, der sich ergibt. Verhaftete dürfen zudem nur von dafür ausgebildeten Armeeangehörigen verhört werden, Plünderungen sind absolut verboten und illegal, jede Verletzung oder Zuwiderhandlung der Anweisungen muß gemeldet werden.

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