USA stoppen kurzzeitig Hilfszahlungen an Gaza

GAZA / WASHINGTON (inn) - Die US-Entwicklungsbehörde USAID hat am Freitag ihre Hilfsgelder für den Gazastreifen eingefroren - als Reaktion auf Forderungen der Hamas nach stärkeren Kontrollen der Hilfsorganisationen. Medienberichten zufolge wurde inzwischen ein Kompromiss gefunden.

Wie ein Regierungsbeamter in Washington mitteilte, seien die Gelder eingefroren worden, nachdem die radikal-islamische Hamas angekündigt hatte, die im Gazastreifen tätigen amerikanischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) stärker kontrollieren zu wollen. Das berichtet die Zeitung "Jerusalem Post". Wer "auf palästinensischem Gebiet" tätig sei, so ein Hamas-Sprecher, müsse "sich an palästinensisches Recht halten". Die Hamas regiert den Gazastreifen seit 2007. "Wir bedauern, dass von USAID unterstützte Partnerorganisationen im Gazastreifen durch die Hamas zur Einstellung ihrer Hilfsarbeit gezwungen werden", machte ein Sprecher von USAID am Freitagnachmittag in Washington deutlich. Die Hamas müsse aber aufhören, sich in die Arbeiten der Hilfsorganisationen einzumischen. Die eingefrorenen Zahlungen hatten ein Volumen von insgesamt 100 Millionen Dollar (70 Millionen Euro).

Wie israelische Medien am Samstag berichten, wurde schon nach kurzer Zeit ein Kompromiss in der diplomatischen Auseinandersetzung gefunden. Laut der Zeitung "Jediot Aharonot" erklärte ein leitendes Mitglied der Hamas, die Lösung für den Konflikt mit USAID sei durch die Vermittlung der Vereinten Nationen erzielt worden. Die Hamas habe sich bereit erklärt, zunächst für drei Monate auf verstärkte Kontrollen der im Gazastreifen tätigen NGOs zu verzichten. Demnach könne der Gazastreifen weiterhin Hilfsgelder aus Amerika beziehen.

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