Urteile im Lynchprozess bestätigt

HAIFA (inn) – Ein Gericht in Haifa hat die Schuldsprüche für sechs Palästinenser bestätigt, die 2005 am Lynchmord an einem israelischen Terroristen beteiligt gewesen waren. Die Täter hatten Berufung gegen die Urteile eingelegt.
Der Tatort: Auf diesem Platz in Schfaram ermordete ein Israeli vier Menschen – und wurde anschließend gelyncht.

Foto: Almog

Der Tatort: Auf diesem Platz in Schfaram ermordete ein Israeli vier Menschen – und wurde anschließend gelyncht.

Naaman Bahus, Basal Kadri und Jamil Sfori wurden zu jeweils zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein weiterer Täter namens Basal Hatib muss für 20 Monate hinter Gitter, Fadi Nasrallah 18 Monate. Arka‘an Korbag wurde zu 11 Monaten verurteilt, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.
Die Männer waren im Jahr 2005 an einem Lynchmob beteiligt. Der israelische Terrorist Eden Natan-Sada hatte damals vier Menschen in einem Bus in der arabischen Stadt Schfaram erschossen und 22 weitere verwundet. Er wurde von Passanten und Passagieren überwältigt und war beim Eintreffen der Polizei noch am Leben. Die Sicherheitskräfte konnten die Anwesenden jedoch nicht daran hindern, den Attentäter zu lynchen. Sieben Bewohner der Stadt wurden beschuldigt, ihn umgebracht zu haben. Einer von ihnen wurde freigesprochen, die anderen legten gegen das Urteil Berufung ein (Israelnetz berichtete). Das Gericht in Haifa hat die Schuldsprüche nun bestätigt.
Die Zeitung zitiert einen der Verurteilten mit den Worten: „Wir verdienen keine Strafe. Mit den Schwierigkeiten, durch die wir in den letzten Jahren gehen mussten, haben wir genug bezahlt. Leider will uns der Staat zu Terroristen erklären, statt uns zu belohnen.“ Vor dem Gerichtsgebäude kam es zu Demonstrationen hunderter Muslime, Christen und Drusen, unter ihnen waren auch arabische Knesset-Abgeordnete. Sie sind gegen eine Verurteilung der Männer.

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