Unterschriftenaktion: Tausende Soldaten verweigern Siedlungsräumung

JERUSALEM (inn) – Mehrere Tausend israelische Soldaten haben bei einer Unterschriftenaktion angekündigt, die Räumung von jüdischen Siedlungen verweigern zu wollen. Eine Bürgergruppe namens “Schutzschild” hat nach eigenen Aussagen bislang über 3000 Unterschriften gesammelt und strebt weitere 7000 an.

Die Unterzeichner waren bislang hauptsächlich Reservisten, heißt es. Wenn der Rückzugsplan von Premierminister Ariel Scharon durchgesetzt werden soll, wollen sie sich weigern, die Siedler aus ihren Häusern zu vertreiben.

Wie die Tageszeitung “Ha´aretz” berichtet, ist der Anführer der Gruppe “Schutzschild” Noam Livnat, der Bruder von Erziehungsministerin Limor Livnat. Livnat, der in einer Jeschiva tätig ist, kündigte an, wenn er 10.000 Unterschriften zusammen habe, werde er die Petition dem Premierminister und dem Generalstabschef übergeben.

Die Gruppe kündigte zudem an, gegen die Offiziere zu agieren, die sich an der Räumung von Siedlungen beteiligen. Sie wollen außerdem eine mögliche Unterstützung unter den Drusen prüfen, von denen viele in der Armee oder bei der Grenzpolizei dienten.

In Gusch Katif kursiert derzeit eine weitere Petition gegen den Rückzugsplan: deren Unterzeichner drohen damit, dass sie und ihre Kinder und Enkelkinder in Zukunft jeden Dienst in den Sicherheitskräften verweigern würden, sollte der Rückzug durchgeführt werden.

David Matar, Vorsitzender des medizinischen Komitees für Armee-Rekruten, teilte am Mittwoch mit, dass er sein Reservisten-Dienstbuch an die Armee zurückgegeben habe. Er ist der Ehemann von Nadia Matar, der Leiterin der Bürgerbewegung “Women in Green”. “Ich kann nicht in einer Armee dienen, die Juden ausweist, und die einem so großen Teil der Nation den Krieg erklärt hat”, schrieb Matar in einem Brief an die Armee.

Knessetmitglied Eitan Cabel (Arbeitspartei) warnte am Mittwoch: “Die Verweigerung der Rechten und der Linken ist ein gefährliches Phänomen, das Israel in Fetzen zerreißen könnte”.

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