UNRWA beklagt Spendenrückgang

GAZA (inn) - Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) hat einen deutlichen Spendenrückgang zu verzeichnen. Dies hat zu Kürzungen der Hilfsleistungen für die Palästinenser im Gazastreifen geführt. In der vergangenen Woche kam es deswegen zu Protesten in dem Gebiet. UNRWA-Sprecher Chis Gunness äußerte sich zu dem Thema in einem Interview der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an".

Gunness kritisierte zunächst die palästinensischen Proteste in Gaza. Diese seien "kontraproduktiv", da Hunderte Mitarbeiter dadurch nicht arbeiten konnten – was wiederum den Palästinensern selbst schade.

Der UNRWA-Sprecher führte die Streichungen auf einen Spendenrückgang für die Organisation zurück. Im aktuellen Nothaushalt fehlten derzeit bereits 35 Millionen Dollar. Ursprünglich war nach einem Spendenaufruf mit Geldeingängen von 300 Millionen Dollar gerechnet worden. Durch die unzureichenden Reaktionen sei diese Zahl für die Planung halbiert worden. Zu Beginn dieses Monats sei die Organisation aufgrund der Finanzlage dazu gezwungen gewesen, ein Arbeitsprogramm von 10.000 Arbeitsverträgen auf 6.500 pro Monat zu kürzen. Die Unterstützung mit Bargeld für die mehr als 200.000 Kinder an UNRWA-Schulen zum Schulbeginn sei aus Spargründen komplett eingestellt worden. "UNRWA tut alles, was sie kann, um Spender zu mobilisieren. Aber wir fürchten, dass weitere Kürzungen unserer Hilfsleistungen in Gaza unvermeidbar sind, falls die gegenwärtige Situation anhält", erklärte Gunness.

Die Streichung von rund 100.000 Menschen von der Liste für Nahrungsmittelvergabe begründete Gunness mit der Einführung eines neuen Systems. Mit diesem könne sichergestellt werden, dass die Hilfe tatsächlich nur die Armen erreiche. Gunness betonte dazu: "Viele Geschäftsleute, wohlhabende Händler und Grundstückseigentümer wurden von der Liste gestrichen, und interessanterweise haben sich nur wenige Menschen beschwert, da die Mehrheit erkannt hat, dass das neue System wesentlich fairer ist."

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