UNO: „Syrien hat keinen israelischen Angriff auf Atomanlage zugegeben“

NEW YORK (inn) - Ein UN-Bericht hat offenbar durch einen "Übersetzungsfehler" die Äußerung eines syrischen Gesandten über einen israelischen Angriff verfälscht. Demnach hat der Syrer doch nicht gesagt, der Luftangriff Anfang September habe einer Atomanlage in seinem Land gegolten. Das gab ein Sprecher der Vereinten Nationen am Mittwoch bekannt.

In der englischen Übersetzung einer arabischen Aussage habe es einen Übersetzungsfehler gegeben, sagte der UN-Sprecher Farhan Hak vor Journalisten. „Obwohl der Übersetzer nahe legte, dass sich der syrische Gesandte auf einen Angriff auf eine Atomanlage bezogen habe, hat er gesagt: ‚wie das, was am 6. September gegen mein Land passiert ist‘. Das Wort ‚atomar‘ wurde nicht verwendet.“

Zuvor hatten israelische Medien unter Berufung auf das Protokoll einer Komiteesitzung auf einer UN-Webseite berichtet, der Syrer habe von einem Angriff auf eine syrische Atomanlage gesprochen. „Darüber hinaus war Israel der viertgrößte Exporteur von Massenvernichtungswaffen und verletzte den Luftraum anderer Länder. Es hatte Maßnahmen gegen Atomanlagen ergriffen, einschließlich des Angriffs gegen Syrien am 6. Juli“, hieß es dort. Der israelische Luftangriff in Nordostsyrien ereignete sich allerdings erst am 6. September.

Damaskus: „In Syrien gibt es keine Atomanlage“

Laut der Tageszeitung „Jediot Aharonot“ zogen die israelischen Berichte eine prompte Reaktion aus Damaskus nach sich. Das syrische Außenministerium ließ verlauten: „Das Ministerium dementiert Medienberichte, denen zufolge der syrische Botschafter in New York gesagt habe, der Angriff vom 6. September habe eine Atomanlage als Ziel gehabt, weil eine solche Anlage in Syrien nicht existiert.“

Israel hält sich mit Informationen über den Vorfall zurück. Der Zensor der Armee teilte bisher lediglich mit, dass ein Angriff stattgefunden habe.

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