UNESCO: Israel fordert Lehrplan zum Holocaust

JERUSALEM (inn) - Das israelische Außenministerium fordert von der UNO die Ausarbeitung eines Lehrplans, der Schüler auf der ganzen Welt über den Holocaust und seine Bedeutung für die Geschichte aufklären soll. Wie die Tageszeitung "The Jerusalem Post" berichtet, reichte das Ministerium diese Woche den so genannten "Beschluss zur Erinnerung an den Holocaust" bei der UNESCO ein. In Zusammenarbeit mit der UN-Organisation sollen die Gräuel der Naziverbrechen im internationalen Bewusstsein verankert werden.

Der Antrag wurde von der Abteilung des Außenministeriums für „Internationale Organisation“ bei der UNESCO eingereicht. Ziel sei es, das Gedenken an den Holocaust zu bewahren und eine Leugnung der Naziverbrechen zu verhindern.

„Als Sprachrohr für Bildung bei den Vereinten Nationen muss die UNESCO den Holocaust in Erinnerung bringen“, sagte Abteilungsleiter Orli Gil. „Es geht nicht nur um Denkmäler und Zeremonien.“ Die UNESCO werde das Anliegen in Schulen und Forschungsinstituten auf der ganzen Welt tragen.

Die UNESCO ist die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Über den israelischen Antrag soll auf der 34. Generalkonferenz abgestimmt werden, die am Dienstag begonnen hat und noch bis zum 3. November dauern wird.

Laut dem Außenministerium unterstützen 70 Länder auf allen fünf Kontinenten den israelischen Antrag, einschließlich eines arabischen Staates.

„Trotz des Aufstiegs eines neuen Holocaust-Leugners in der Form des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat das Ministerium vor der Generalversammlung eine einzigartige diplomatische Anstrengung registriert. Wir erwarten, dass die Abgesandten dem Entwurf zustimmen werden“, erklärte das Ministerium in einer Pressemitteilung.

Der „Beschluss zur Erinnerung an den Holocaust“ ist Teil einer laufenden Kampagne des Außenministeriums, die das Gedenken an den Holocaust in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen bewahren will.

Im Jahr 2005 hat die UNO einen Internationalen Holocaust-Gedenktag eingeführt. Dieser wird zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gefeiert, dem 27. Januar. Im Jahr 2006 verabschiedeten die Vereinten Nationen einen Beschluss verabschiedet, der die Leugnung des Holocaust verurteilt.

„Mit der Zeit werden die Zeugen des Holocausts verschwinden, aber wir brauchen eine lebendige Vorstellung vom Holocaust, besonders unter den Nationen, die kaum etwas über ihn wissen“, sagte Gil. „Wir wünschen uns, dass das Bewusstsein um den Holocaust so weit wie möglich verbreitet wird.“

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