UN: Israel muss für Ölkatastrophe im Libanon zahlen

NEW YORK (inn) – Die UN-Generalversammlung hat Israel aufgefordert, umgerechnet 700 Millionen Euro an den Libanon zu zahlen. Damit soll der jüdische Staat für den Schaden aufkommen, der 2006 im Libanonkrieg durch die Zerstörung von Öltanks entstand.
Die Vereinten Nationen fordern Israel auf, für einen Ölschaden im Libanon im Jahr 2006 aufzukommen.

Für den libanesischen Premier Tamam Salam ist es ein „großer diplomatischer Erfolg“: Die UN-Generalversammlung hat am Freitag mit 170 zu 6 Stimmen Israel aufgefordert, umgerechnet 700 Millionen Euro an den Libanon zu zahlen. Damit soll Israel für den Schaden aufkommen, der durch die Bombardierung von Öltanks im Zweiten Libanonkrieg 2006 entstanden ist. Die Abstimmung ist nicht bindend, spiegelt aber die Meinung der Weltgemeinschaft wider.
Die israelische Vertretung bei den Vereinten Nationen kritisierte die Abstimmung. Diese sei voreingenommen gegen Israel. „Israel hat sofort auf den Vorfall reagiert und eng mit dem UN-Umweltprogramm zusammengearbeitet, sowie mit UN-Einrichtungen und anderen Organisationen“, hieß es laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ in einer Stellungnahme. „Die Resolution dient keinem anderen Zweck als dazu beizutragen, die anti-israelische Agenda der Vereinten Nationen zu institutionalisieren.“
Im Sommer 2006 griff die israelische Luftwaffe ein Ölkraftwerk an der Küste des Libanon an und beschädigte dabei Öltanks. Das ausgelaufene Öl bedeckte etwa ein Drittel der libanesischen Küste und Teile der syrischen Küste. Die Militäraktion erfolgte im Rahmen der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Israel und der radikal-islamischen Hisbollah. Auslöser war die Entführung zweier israelischer Soldaten sowie der Raketenbeschuss Nordisraels.
Die UN-Generalversammlung forderte die zuständigen Gremien der UN auf, auch den Schaden für Nachbarländer wie Syrien zu beziffern. Der Vertreter des Libanon bei den Vereinten Nationen, Nawaf Salam, kündigte an, alles daran zu setzen, dass der verabschiedete Resolution umgesetzt wird und Israel für den genannten Schaden aufkommt.

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