Der Bericht sollte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon am kommenden Mittwoch vorgelegt werden. Die ursprünglich für Mitte Mai geplante Veröffentlichung war mehrmals verschoben worden, da sich beide Staaten bisher nicht einigen konnten. Wie bisher bekannt wurde, wird in dem Report die israelische Seeblockade des Gazastreifens als legal betrachtet, allerdings wird den Soldaten vorgeworfen, unverhältnismäßige Gewalt bei der Erstürmung der "Mavi Marmara" angewandt zu haben. Auch der Türkei wird Verantwortung für die Vorfälle übertragen. Der Bericht wurde von einem Untersuchungsgremium erstellt, dessen Leiter der ehemalige neuseeländische Premier Geoffrey Palmer ist. Dem Gremium gehört auch der frühere kolumbianische Staatspräsident Álvaro Uribe an. Israel hatte mit dem Ausschuss zusammengearbeitet und eigenes Untersuchungsmaterial zur Verfügung gestellt.
USA üben Druck auf Israel aus
Die Türkei fordert von Israel, die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens, eine Entschuldigung und Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen der Getöteten. Israels Regierung hatte sich bereit erklärt, die Zahlungen zu leisten, eine Entschuldigung hatte sie bisher jedoch abgelehnt. Aus israelischen Regierungskreisen hieß es am Sonntag, die USA übten Druck auf Israel aus und forderten, dass der jüdische Staat sich für "operative Pannen" entschuldige, die zum Verlust von Leben geführt hätten. Wie die Tageszeitung "Jerusalem Post" meldet, will die israelische Regierung in den kommenden Tagen über eine solche Formulierung diskutieren. Die USA forderten Israel zudem auf, die Entschädigungszahlungen zu leisten. Die Türkei solle erklären, dass die Sache damit erledigt sei und sie keine rechtlichen Ansprüche gegen Israel oder beteiligte Armeeangehörige mehr verfolgen werde. Der UN-Bericht könne nach einer solchen Einigung "begraben" werden, heißt es laut der "Jerusalem Post".
Bei der Erstürmung des türkischen Schiffes "Mavi Marmara" durch die israelische Armee Ende Mai 2010 waren neun Aktivisten ums Leben gekommen. Die zu dem Zeitpunkt bereits angeschlagenen Beziehungen zwischen Israel und der Türkei hatten sich nach dem Vorfall weiter verschlechtert.