Laut dem Bericht ging die Zahl der Straßensperren in der von Israel kontrollierten Zone C des Westjordanlandes von 626 auf 505 zurück. 418 dieser Hindernisse sind nicht bemannt, sie schließen Erdhaufen, Gräben und Tore mit ein. 22 sind Checkpoints, die nur teilweise besetzt sind und 65 sind dauerhaft bemannte Kontrollpunkte.
Durch die Maßnahme habe sich die Reisezeit zwischen vielen Städten deutlich verkürzt. Große Teile der palästinensischen Bevölkerung hätten nun einen besseren Zugang zu Dienstleistern, Märkten und ihren Arbeitsplätzen als in den vergangenen Jahren.
Vor allem die Stadt Nablus habe durch die Entfernung zweier großer Checkpoints Erleichterungen erfahren. Die Bürger könnten nun ohne Kontrollen die Stadt betreten oder verlassen. Einwohner unter 50 Jahren bräuchten keine speziellen Genehmigungen wie in den Jahren zuvor, wenn sie nach Nablus ein- oder ausreisen wollen.
Zudem seien Straßenabschnitte für Palästinenser geöffnet worden, die zuvor nur von Fahrzeugen mit israelischen Nummernschildern befahren werden durften, heißt es in dem UN-Bericht.
Kaum Erleichterungen für Ostjerusalem
Es gebe jedoch noch immer Gegenden, in denen sich die Situation für die Palästinenser nicht gebessert habe, unter anderem im Jordantal und in dem Gebiet um Hebron.
Auch Palästinenser, die nach Ostjerusalem wollen, müssten weiterhin Verzögerungen in Kauf nehmen. Für Patienten sei es daher schwierig, pünktlich zu den dortigen Krankenhäusern zu gelangen, da es nur drei Kontrollpunkte gebe, die meistens überfüllt seien.
Der palästinensische „Rote Halbmond“ habe dennoch angeben, seine Situation habe sich verbessert. So sei den Krankenwagen der Hilfsorganisation 2008 noch in 397 Fällen der Zugang verweigert worden oder die Einreise habe sich verzögert. 2009 sei dies nur 289-mal geschehen.
Zu wenig Wohnungen für Palästinenser
Bemängelt wird in dem Bericht, dass nicht genügend neue Wohneinheiten für Palästinenser in Ostjerusalem gebaut würden. Um dem Wachstum gerecht zu werden, müssten jährlich etwa 1.100 neue Apartments errichtet werden. Dies sei gegenwärtig nicht der Fall.
Die UN stellte zudem fest, dass 28 Prozent aller palästinensischen Wohnhäuser im Ostteil Jerusalems ohne israelische Baugenehmigung errichtet wurden. Somit müssten etwa 60.000 Palästinenser fürchten, dass ihre Häuser von Israel wieder abgerissen werden könnten.
Hauszerstörungen nahezu gestoppt
Von April bis November vergangenen Jahres hat Israels Regierung laut der UN etwa 60 solche illegal errichteten Gebäude abreißen lassen. Davon waren 178 Palästinenser betroffen. Aufgrund der internationalen Kritik und auf Anordnung von Israels Premier Benjamin Netanjahu sei der Abriss bis Ende März 2010 jedoch nahezu zum Erliegen gekommen.
Den vollständigen Bericht in englischer Sprache mit Karten sowie Erklärungen und Bildern zu den verschiedenen Straßensperren finden Sie hier.