Umweltkatastrophe im Mittelmeer

BEIRUT (inn) – Nachdem die israelische Armee vor etwa zwei Wochen die Treibstofftanks eines Kraftwerkes südlich von Beirut bombardiert hat, droht im Mittelmeer eine Umweltkatastrophe. Tausende Tonnen Heizöl flossen ins Meer – die Folgen für die östlichen Mittelmeerländer sind verheerend.

Wie die Tageszeitung “Ha´aretz” berichtet, sind insgesamt etwa 130 Kilometer der libanesischen Küsten von der Ölverschmutzung betroffen. Der Ölteppich erstreckt sich entlang der Küste etwa 45 Kilometer nördlich und 85 Kilometer südlich von Beirut. Bislang seien 10.000 bis 35.000 Tonnen Heizöl ins Meer gelaufen.

Der Libanon bat die Vereinten Nationen (UN) um Hilfe bei der Eindämmung der Ölpest. Die Kosten für die Reinigungsarbeiten werden auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt. Das Land selbst habe nicht die finanziellen Mittel, um eine Umweltkatastrophe dieses Ausmaßes zu bewältigen. Die UN entwickelten in den vergangenen Jahren einen Notfallplan für Länder, die von solch einer Art Umweltverschmutzung betroffen sind.

“Jedoch können die Reinigungsarbeiten nicht beginnen, bis die militärischen Operationen beendet sind”, sagte Louisa Koalsimona vom UN-Notfall-Programm.

Wenn der Ölteppich nicht bald eingedämmt werde, breite die Strömung das Öl nach Norden an die Küsten von Zypern, Syrien, der Türkei und Griechenland aus. Auch Israel könne betroffen sein, sagte Abdel Monem Ariss, der Bürgermeister von Beirut. Das Ökosystem und die Tierwelt des Mittelmeeres könnten stark geschädigt werden, sodass mehrere Arten vom Aussterben bedroht sind.

Ariss wies darauf hin, dass Öl zudem aus einem ägyptischen Handelsschiff und aus einem israelischen Kriegsschiff ausgelaufen sein kann. Beide Schiffe wurden offenbar von der Hisbollah beschossen, heißt es in “Ha´aretz” weiter.

Die israelische Luftwaffe hatte am 14. Juli ein Elektrizitätswerk in Dschijeh, 25 Kilometer südlich von Beirut, bombardiert. Dabei brannten vier von sechs Heizölkesseln. Ein fünfter Kessel steht noch in Flammen. Aus dem sechsten Kessel tritt nach wie vor Öl aus – er droht zu explodieren.

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