Umfrage: Sharon verliert dramatisch in der Wählergunst

TEL AVIV (inn) – Erstmals seit mehr als einem Jahr ist eine Mehrheit der Israelis unzufrieden mit der Amtsführung von Premierminister Ariel Sharon – 53 Prozent sagten dies bei einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Instituts „Market Poll“ für die Zeitung „Ma´ariv“. „Market Poll“ ist ein Unternehmen früherer Mitarbeiter des bekannten „Gallup“-Instituts.

Nur 42 Prozent äußerten sich zufrieden mit Sharon. Die Verluste in Umfragen sind dramatisch. Am 18. Januar waren noch 57 Prozent mit dem Regierungschef zufrieden. Außerdem verliert Sharon weiter an Boden gegenüber seinem innerparteilichen Konkurrenten Benjamin Netanyahu.

Im direkten Vergleich würden sich 35 Prozent der Wähler für Netanyahu aussprechen, der von 1996 bis 1999 Premierminister war. Nur 25 Prozent bevorzugen Sharon. Am 18. Januar führte Sharon in Umfragen noch mit 36 zu 33 Prozent.

Unter den Wählern rechter Parteien führt Netanyahu sogar mit 52 gegen 25 Prozent. Dahinter steckt die Besonderheit, daß seit Jahren im Duell der beiden Likud-Politiker sich jeweils derjenige politisch weiter rechts positioniert, der nicht Regierungschef ist. Von 1996 bis 1999 war es Sharon und seit dem vergangenen Jahr ist es Netanyahu.

Nur 20 Prozent der Befragten glauben zudem, daß Sharon seine Wahlversprechen gehalten habe, 73 Prozent bestreiten dies. In der Beliebtheitsskala rutschte Sharon auf Platz fünf – hinter Justizminister Meir Shitreet (Likud), Matan Vilna´i (Arbeitspartei), Shimon Peres (Arbeitspartei) und Benjamin „Fuad“ Ben-Eliezer (Arbeitspartei).

Die anderen Ergebnisse der „Ma´ariv“-Umfrage: 68 Prozent glauben, daß der Staat in einem schlechteren Zustand ist als vor einem Jahr. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) lehnt den jüngsten Friedensplan Saudi Arabiens ab (42 Prozent sind dafür) – und 60 Prozent wollen, daß PLO-Chef Yasser Arafat weiter unter Hausarrest stehen soll.

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