Demnach waren 59,2 Prozent der Palästinenser dafür, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. 28,9 Prozent waren dagegen, die restlichen 11,9 Prozent äußerten keine Meinung.
Auf die Frage, welcher Staat der beste Verbündete der Palästinenser wäre, nannten 18,7 Prozent der Befragten den Iran, dicht gefolgt von Jordanien mit 18,1 Prozent. 10,1 Prozent gaben Saudi-Arabien an, für Katar waren 8,3 Prozent, für die skandinavischen Länder 7,5 Prozent. Danach folgten Japan, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und die USA. 16 Prozent gaben an, der Verbündete müsse ein ganz anderer sein.
Knapp ein Drittel der Befragten hielt die Verbreitung von Atomwaffen für die größte Bedrohung der Welt. An zweiter Stelle folgten Spannungen zwischen religiösen und säkularen Menschen (24,1 Prozent), die wachsende Kluft zwischen Armen und Reichen (11,4), AIDS und andere ansteckende Krankheiten (11,2), die globale Finanzkrise (9,7), die globale Erwärmung (6,7) und Umweltverschmutzung (2,7).
Die überwiegende Mehrheit der jungen Palästinenser (74,3 Prozent) will bei den nächsten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen ihre Stimme abgeben. 20,4 Prozent der Befragten kündigten an, sie würden nicht wählen gehen. Der Rest wollte sich nicht zu dieser Frage äußern.
Große Unterstützung für Fatah
Laut der Umfrage unterstützen derzeit 39,1 Prozent der Teilnehmer die Fatah-Partei. Für die Hamas waren 9,8 Prozent, an dritter Stelle lag die „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ mit 3,9 Prozent. Danach folgten kleiner Gruppen wie die Volkspartei, die „Demokratische Front für die Befreiung Palästinas“ und die Terrorgruppe „Islamischer Dschihad“. 30,8 Prozent der Palästinenser gaben an, keine der vorgegebenen Gruppen zu unterstützen.
Knapp die Hälfte (47,2 Prozent) hielt es für das Beste, wenn ein zukünftiger palästinensischer Staat demokratisch regiert wird und alle politischen Parteien vertreten sind. 28,1 Prozent befürworteten eine islamische Regierung mit den Parteien, die auf dem Islam basierten. 17,2 Prozent waren für ein von einer islamischen Partei geführtes Regime. Der Rest beantwortete die Frage nicht.
Scharia für Palästinenserstaat
Als Quelle für die Gesetzgebung hielten 38,8 Prozent der Befragten die Scharia, das islamische Recht, für geeignet. Etwa ebenso viele, 34,7 Prozent, befürworteten eine Kombination aus Scharia und anderen Zivilgesetzen und 22,9 Prozent stimmten ausschließlich für Zivilrecht.
Auf die Frage, wie sie die öffentliche Freiheit und die Menschenrechte in den Autonomiegebieten einschätzen, antworteten 5,5 Prozent der Befragten mit „sehr gut“ und 36,2 Prozent mit „gut“. 29,5 Prozent hielten sie für „durchschnittlich“ und 24,8 Prozent für „schlecht oder sehr schlecht“. Der Rest machte hierzu keine Angaben.
Die repräsentative Umfrage wurden zwischen dem 1. und 3. Oktober durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Palästinenser aus dem Westjordanland im Alter von 18 bis 30 Jahren. 50,7 Prozent der Befragten waren männlich, der Rest waren Frauen.