Ultraorthodoxe demonstrieren gegen Wehrpflicht

JERUSALEM (inn) – Tausende ultra-orthodoxe Juden haben am Montag im Jerusalemer Stadtviertel Mea Schearim gegen die Pläne der Regierung demonstriert, die Wehrpflicht auch für sie einzuführen. Einige der in Israel Haredim genannten Juden hüllten sich aus Trauer in Sack und Asche.
Ultraorthodoxe Juden wehren sich gegen die Wehrpflicht.

Schätzungen der Polizei zufolge beteiligten sich etwa 5.000 Männer, Frauen und Kinder an der Demonstration. Rabbiner der anti-zionistischen Organisation „Eda Haredit“ beteten für die Verhinderung der Regierungspläne.
Die höchste Autorität der Organisation, Rabbi Jitzhak Tuvia Weiss, sagte vor der Masse: „Es ist unsere Pflicht, unseren Kindern den Wert der Selbstaufopferung für die Torah zu lehren. (…) Wir werden ihnen nicht erlauben, Jeschiva-Studenten zur Armee oder Polizei zu nehmen.“ Die Idee der Regierung, das Torah-Studium in den Militärdienst zu integrieren, halte er für inakzeptabel, so Weiss weiter.
Rabbi Mosche Schternbach betonte: „Wir sind die wahren Soldaten des jüdischen Volkes. (…) Ein Soldat, der seinen Posten verlässt, wird als Verräter angesehen. Und so ist es auch mit uns, es ist verboten, den Posten zu verlassen. (…) Die Zionisten haben die Araber vom Land Israel vertrieben, welches Recht haben sie, diejenigen zu stören, die die Torah studieren?“
Pini Rosenberg von „Eda Haredit“ fungierte als Sprecher der Demonstranten. Er sagte der Tageszeitung „Jerusalem Post“ zufolge: Falls das neue Gesetz in Kraft trete, sollte die Regierung 50.000 Gefängnisplätze für die Jeschiva-Studenten bereithalten, die ihren Wehrdienst verweigern würden.
Einige der Demonstranten trugen als Zeichen der Reue und Trauer Säcke über ihrer traditionellen Kleidung. Unter den Teilnehmern wurden kleine Säckchen mit Asche verteilt, mit der die Haredim sich bestreuten.
Die Demonstration fand aus Protest gegen die geplante Abschaffung des sogenannten „Tal-Gesetzes“ statt. Darin ist die Befreiung Ultraorthodoxer vom Armeedienst geregelt. In diesem Sommer läuft es aus und steht zur Abstimmung bereit. Sollte das Gesetz abgeschafft werden, würden Ultraorthodoxe Militärdienst leisten müssen.

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