Ultra-rechter Aktivist Moshe Feiglin gründet eine Fraktion im Likud-Block

JERUSALEM (inn) – Die ultra-rechte Bewegung Manhigut Yehudit (Jüdische Leiterschaft) hat bei den Vorwahlen 125 Parteitagsdelegierte im Likud-Block durchgebracht. Dies sagte der Gründer und Leiter der Gruppe, Moshe Feiglin, vor Journalisten in Jerusalem.

Der Aktivist und Verteidiger des “zivilen Ungehorsams” will als Gegenkandidat zu Ariel Sharon und Benjamin Netanyahu für das Amt des Parteichefs antreten. Feiglin wurde in den 90er Jahren bekannt, als er gewaltfreie Protestaktionen gegen den sogenannten Friedensplan von Oslo anführt. Unter anderem blockierten Anhänger seiner damaligen Bewegung Zo Artzeinu (Dies ist unser Land) Autobahnen und Fernstraßen.

Feiglin hatte seine Anhänger dazu aufgerufen, in den Likud einzutreten und bei den Vorwahlen für seine Vertrauten zu stimmen. Der Aktivist befürwortet eine Annektierung von Yesha, das Aussetzen des Abkommens von Oslo. Ferner fordert er ein Ende aller Handelsbeziehungen und Hilfslieferungen für die Palästinenser. Er gilt als politisch viel weiter rechts stehend als die Mitgliederparteien der Nationalen Union, darunter die als Transfer-Partei bekannte Moledet.

Einer der Kandidaten für Feiglins Gruppe war Baruch Kahane. Er ist der Sohn des ermordeten Rabbi Meir Kahane, dessen ultra-rechte Kach-Partei verboten wurde. Baruchs Bruder Binyamin Ze´ev Kahane war ebenfalls ermordet worden.

Feiglin gilt innerhalb des Likud als chancenlos. Die 125 geschlossen auftretenden Mitglieder seiner kleinen Fraktion – die quasi eine Opposition zum Likud innerhalb des Likud darstellt – können jedoch auf dem 2.600 Delegierte zählenden Parteitag mit Methoden des “zivilen Ungehorsams” für massive Unruhe sorgen.

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