JERUSALEM (inn) – Rabbi Ovadia Joseph und Rabbi Jehuda Leib Steinman, ein geistlicher Führer der aschkenasischen Juden in Israel, haben ein geplantes Treffen zwischen der Hamas und religiösen Führern begrüßt. Ziel einer Sitzung soll sein, die andauernden Feuergefechte im Süden des Landes zu beenden.
Der Plan beinhaltet, dass sich drei Rabbiner unterschiedlicher jüdischer Glaubensrichtungen mit einem Ausschuss der radikal-islamischen Gruppe treffen. Die drei Rabbiner sind Rabbi Schmuel Jakobovits, Rabbi Zion Cohen und Rabbi Menahem Fruman.
Dieses Treffen fände zwischen der Hamas und dem jüdischen Volk statt und eben nicht mit dem Staat Israel – so könnte man versuchen, die Hamas von ihrer Ablehnung des „zionistischen Gebildes“ zu überlisten, schrieb die „Jerusalem Post“.
Ziel Israels bei einem solchen Treffen wäre, zumindest für eine kurze Zeit Selbstmordattentate, Beschüsse an Straßenrändern und Bombardements im Süden des Landes zu stoppen.
Für die Rabbiner steht aber fest, dass zu gegebenem Zeitpunk ein Treffen mit den Palästinensern ausgeschlossen sei. Die Entführung des Israelis Gilad Schalit, der Konflikt im Gazastreifen und der Krieg mit der Hisbollah im Norden mache momentan eine Verhandlung unmöglich, so die Rabbiner.
Der Vorsitzende des „Harav Lord Jakobovits Thora Institut für zeitgenössische Angelegenheiten in Jerusalem“, Jakobovits, meint, dass jüdische und islamische religiöse Führer viel mehr miteinander gemeinsam hätten als die politischen. Deswegen könnten sie auch viel eher eine Konfliktlösung finden.
Ferner meint er, der wesentliche Punkt im Konflikt zwischen dem radikalen Islam und der westlichen Kultur sei der islamische Gegensatz zum weltlichen Lebensstil und den westlichen Ideologien.
Die jüdisch-orthodoxe Gemeinschaft könne besser als der Rest des Westens die Denkweisen und Empfindungen der meisten Moslems nachvollziehen. Sowohl dem ultra-orthodoxem Judentum („Haredi“) als auch dem Islam sei die westliche multikulturelle Gesellschaft ein Gräuel. Der Westen müsse dem Islam verständlich machen, dass er ihr keine multikulturelle Weltanschauung aufzwängen wolle. Der Riss zwischen dem Islam und dem Westen werde sonst stetig größer, so Jakobovits.