Die Erwartung an die Türkei, etwas zu tun, was westliche Länder nicht tun können, spiegele die Meinung wider, dass die Türkei die demokratische Freiheit begrenze, sagte Davutoğlu laut der Tageszeitung "Jediot Aharonot". Er fügte hinzu: "Wir werden die notwendigen Maßnahmen treffen, die wir auch im vergangenen Jahr getroffen haben, aber die Hauptquelle der Angelegenheit ist Israels Blockade."
Israel und auch Vertreter aus den USA hatten die Türkei gebeten, pro-palästinensische Aktivisten an der Beteiligung einer internationalen "Gaza-Flotille" zu hindern. Die Flottille will die israelische Seeblockade durchbrechen und den Gazastreifen ansteuern. Derzeitigen Angaben zufolge wollen sich etwa 15 Schiffe aus verschiedenen Teilen Europas, auch aus der Türkei, Ende Juni in Richtung Gazastreifen begeben. Mit der Aktion soll an die blutige Erstürmung des türkischen Schiffes "Mavi Marmara" durch die israelische Armee erinnert werden, bei der Ende Mai vergangenen Jahres neun Aktivisten ums Leben gekommen waren. Der Vorfall hatte zu einem Zusammenbruch der Beziehungen zwischen der Türkei und Israel geführt.