Seit dem zehntägigen Sturm im vergangenen Dezember habe es kaum mehr geregnet. Eine derartige Trockenperiode habe es in den Wintermonaten noch nie seit den Wetteraufzeichnungen gegeben, berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“ unter Berufung auf die israelische Wasserbehörde. Seit Beginn der Regensaison, die von Oktober bis Anfang Mai geht, sei bislang nur 64 Prozent des zu erwartetenden Niederschlags gefallen. Kurze Regenfälle am Sonntag und Montag sind da nur ein kleiner Lichtblick.
Offiziell von einer Dürre zu sprechen, lehnten die Experten jedoch ab, da sie eine Verbesserung der Lage hoffen. Falls eine Dürre offiziell erklärt wird, erhalten die Landwirte Entschädigungen für Ernteausfälle.
Blockierte Regenfälle
Für Amos Porat, den Leiter des Israelischen Wetterdienstes, hat die Trockenperiode nichts mit dem Klimawandel zu tun. Er führt sie auf eine „Blockade“ der Regenfälle zurück, die über Westeuropa feststeckten. Betroffen sei nicht nur Israel, sondern alle Regionen des östlichen Mittelmeeres, sagte er der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Israel werde jedoch nicht „austrocknen“, versicherte Porat. Das Land habe Reserven aufgebaut. Außerdem könnten die Bewohner auf entsalztes Meerwasser und gereinigtes Schmutzwasser zurückgreifen. Dies gewährleiste eine stete Versorgung der Bewohner des Landes.
Der Vorsitzende der Vereinigung der Landwirte, Dov Amitai, klagt jedoch über Einschränkungen in der Landwirtschaft. Das Weideland sei kleiner geworden, so dass die Landwirte ihre Herden auf weniger Fläche konzentrieren müssten. Trotz der Regenaussichten sei unklar, ob sich das Weideland von dieser langen Trockenzeit erholen werde.
Ablesbar ist der vergleichsweise geringe Niederschlag auch am Wasserstand des Toten Meeres, der allein im Januar um acht Zentimeter fiel. Der Pegel des Sees Genezareth stieg im selben Zeitraum um 11 Zentimeter, im Vorjahr waren dies noch 110 Zentimeter.