Trauer und Bestürzung nach Leichenfund

JERUSALEM / HEBRON (inn) – Politiker in aller Welt haben den Mord an den drei Talmud-Schülern verurteilt. Die Suche nach den Tätern geht weiter.
Premierminister Netanjahu kündigte Vergeltung für die Ermordung der drei israelischen Jugendlichen an.

Nachdem die Nachricht über den Mord an den drei entführten Jugendlichen Naftali Frankel, Gil-Ad Scha‘ar und Ejal Jifrach bekannt geworden war, kündigte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu Vergeltung für die Tat an. Die drei Jugendlichen „wurden entführt und kaltblütig ermordet von menschlichen Tieren. Die Hamas ist verantwortlich und die Hamas wird dafür bezahlen“, schrieb Netanjahu auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.
Am Montagabend berief er das Sicherheitskabinett ein, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Konkrete Entschlüsse wurden in der dreistündigen Sitzung jedoch nicht gefasst. Eine weitere Sitzung ist für den heutigen Dienstag geplant.
Auch der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas berief am Montag eine Dringlichkeitssitzung mit der palästinensischen Führung ein. Nach Informationen der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“ hält Abbas derzeit „wilde“ Unterredungen mit Vertretern europäischer Länder und der Vereinigten Staaten, um Israel an einer „vergeltenden Militäroperation“ zu hindern.

Bestürzung bei Politikern

Politiker in aller Welt verurteilten unterdessen die Tat. Der US-amerikanische Präsident Barack Obama nannte den Mord einen „sinnlosen Terrorakt gegen unschuldige Jugendliche“. Er sicherte den Israelis die „volle Unterstützung und Freundschaft“ der Vereinigten Staaten zu und mahnte alle Beteiligten an, die Lage nicht weiter zu destabilisieren.
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon sagte, es dürfe keine Rechtfertigung für das wahllose Töten von Bürgern geben. Mit dieser „abscheulichen Tat“ wollten die „Feinde des Friedens“ Misstrauen schüren und den Konflikt verschärfen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass ihnen das gelingt“, forderte Ban in einer Stellungnahme. Der Sprecher von Papst Franziskus, Frederico Lombardi, nannte den Mord ein „tragisches und nicht hinnehmbares Verbrechen“ und ein „großes Hindernis für den Frieden“. Papst Franziskus teile den Schmerz der Familien.

WM-Schauen abgesagt

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte den Mord an den Israelis eine „verabscheuungswürdige Tat, für die es keinerlei Entschuldigung geben kann“. Der britische Premier David Cameron teilte mit, sein Land werde Israel helfen, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. „Meine Gedanken und Gebete sind bei den Familien von Gil-Ad, Naftali und Ejal.“
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte: „Noch vor wenigen Stunden habe ich mit meinem israelischen Amtskollegen Avidgor Lieberman hier in Berlin über die vermissten Jugendlichen gesprochen. Jetzt von ihrem Tod zu erfahren, hat mich zutiefst erschüttert. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei ihren Familien und Freunden.“ Die deutsche Botschaft in Israel sagte nach Bekanntwerden der Ermordung am Montagabend das gemeinsame Schauen des WM-Achtelfinales zwischen Deutschland und Algerien ab.
Unterdessen geht die Suche nach den Mördern weiter. In Hebron führte die israelische Armee Razzien in den Wohnhäusern der beiden Hauptverdächtigen, Marwan Kawasme und Omar Abu Aischa, durch. Dazu sprengten sie die Eingangstüren der Häuser, nicht jedoch die Häuser selbst, wie Medien zuvor angaben. Die Armee geht laut der Online-Zeitung „Times of Israel“ davon aus, dass sich die Mörder im Gebiet um Hebron befinden.

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