Tourismus-Experten im Interview: „Kommen Sie ins Heilige Land“

Sie haben keinen leichten Job in diesen Tagen – die Mitarbeiter des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüros (IGTO) in Frankfurt – die Rückgänge im deutschen Israel-Tourismus sind enorm. Trotzdem sind sie von ihrem Produkt, dem Reiseland Israel, überzeugt. Von Resignation keine Spur. Israelnetz sprach mit dem Direktor des Verkehrsbüros, Yoram Gilady, und seinem Stellvertreter Dani Naumann.

Wenn einer eine Reise tut …

Gilady: … dann kann er was erleben. Auch und gerade jetzt in Israel. Trotz der Krise ist die gute touristische Infrastruktur immer noch intakt. Und zu sehen gibt es eine Menge.

Das Problem ist aber, daß zu wenige „eine Reise tun“.

Neumann: Ja, das stimmt. Wobei man hier unterscheiden muß, zwischen verschiedenen Gruppen. Die jüdische Bevölkerung kommt unverdrossen weiter nach Israel. Da spürt man die Solidarität.

Und was ist mit den Christen? Es gibt doch noch Pilgerreisen …

Neumann: … natürlich gibt es noch Pilgerreisen. Aber hierbei ist der Rückgang am stärksten. Er beträgt rund 80 Prozent. Der dritte Bereich ist der „Wellness-Tourismus“ – also Leute, die Erholung und Wohlergehen suchen. Da ist es derzeitig schwierig, Leute in den Reisebüros zu begeistern. Andererseits vermelden einige Länder wieder einen Zuwachs im Israel-Tourismus.

Warum kommen weniger Pilger?

Gilady: Pilgerreisen sind fast ausschließlich Gruppenreisen. Und wenn in solch einer Gruppe manche Bedenken haben, dann erreichen die Veranstalter eben nicht mehr die notwendigen Gruppenstärken. Deswegen wenden wir uns jetzt unter anderem an die Pfarrer. Wenn die in Israel waren und dann erzählen, wie schön und auch sicher es dort ist, kann das anderen Mut machen.

Sind die Deutschen ängstlicher als andere?

Gilady: Ich sage eher: Sie sind vorsichtig. Die Leute sehen und hören in den Medien von Anschlägen – und dann fällt die Entscheidung für den Urlaub in Israel natürlich schwerer. Auch wenn es Touristenorte gibt, wo nachweislich noch nie etwas geschehen ist. Ich nenne Eilat oder das Tote Meer.

Man kann also bedenkenlos nach Israel fahren?

Neumann: Klar. Über eine Million Touristen waren letztes Jahr in Israel. Und die allermeisten haben erst durch die Verwandten zu Hause von Anschlägen erfahren. Touristen müssen nicht befürchten, in Unruhen verwickelt zu werden. Urlauber und Pilger sagen eigentlich immer: „Wir haben uns in Israel absolut sicher gefühlt.“

Was bietet Israel den Touristen im Jahr 2002?

Gilady: Natürlich Sonne, Kultur und Erholung – heilige Stätten und die israelische Gastfreundschaft. Für Israel-Kenner haben wir regionale Angebote, sogenannte „Stay put“-Produkte, etwa für die Regionen West- und Obergaliläa, für die nördliche Mittelmeerküste, für die Region Tiberias/Golan und natürlich für das Tote Meer. Da gibt es eine Menge zu entdecken.

Zum Schluß ein Wort an diejenigen, die für dieses Jahr eine Gruppenreise geplant haben.

Gilady: Kommen Sie dieses Jahr nach Israel! Erleben Sie die Lebensfreude der Menschen – allen Schwierigkeiten zum Trotz. Reden Sie mit Leuten, die Israel besucht haben – und auch Sie werden sich sicher fühlen. Informationen über aktuelle Angebote finden Sie unter anderem auf unserer Internetseite www.goisrael.de

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