Tony Blair ist Nahost-Sondergesandter

NEW YORK / LONDON (inn) – Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair ist am Mittwoch vom Nahost-Quartett zum Sondergesandten für die Region ernannt worden. Der Brite will die ins Stocken geratenen Friedensbemühungen zwischen Israel und den Palästinensern neu beleben.

In einer Stellungnahme des Quartetts, bestehend aus EU, UNO, USA und Russland, hieß es laut der Tageszeitung “Ha´aretz“, Blair werde internationale Hilfe für die Palästinenser mobilisieren, palästinensische Regierungseinrichtungen unterstützen und Pläne entwickeln, um die Wirtschaftsentwicklung voranzubringen.
“Absoluten Vorrang im Nahen Osten hat die Suche nach einer Zwei-Staaten-Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt”, sagte Blair vor dem Parlament in London.

Hamas nicht erfreut

Die Ernennung Blairs zum Nahost-Vermittler rief unterschiedliche Reaktionen hervor. Während die USA und Israel Blairs neue Rolle begrüßten, zeigte sich die Hamas nicht erfreut. “Blair ist keine willkommene Person, da er hinsichtlich der Bestrebungen der Palästinenser nicht glaubwürdig war“, sagte ein Sprecher der Hamas. Der Ex-Premier habe “unter dem amerikanischen Schirm“ gearbeitet. “Er hat immer die Verbrechen der israelischen Besetzung gegen die Palästinenser und den israelischen Staatsterror gegen unsere Leute unterstützt.” Die Erfahrungen der Hamas mit Blair seien nicht ermutigend.

Die Notstandsregierung von Palästinenserchef Mahmud Abbas begrüßte hingegen Blairs Ernennung in sein neues Amt. Der Premier der palästinensischen Notstandsregierung, Salam Fajjad, bezeichnete Blair als einen “wichtigen Zugewinn“ für die internationalen Beziehungen der Palästinenser.

Aus dem Büro des israelischen Premierministers Ehud Olmert hieß es, Israel werde Blair jede nötige Unterstützung gewähren, damit er seine Aufgabe erfüllen könne.

Die Ernennung Blairs zum Nahost-Vermittler war zuvor umstritten. Insbesondere von Seiten Russlands und der EU waren Bedenken gekommen, ob Blair das nötige Vertrauen für einen Nahost-Sondergesandten in der arabischen Welt habe. Vor seiner Ernennung erklärte sich der Brite für sein diplomatisches Amt bereit. Er zeigte sich optimistisch. Die Aufgabe sei zwar kompliziert, doch eine Lösung der Probleme sei möglich.

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