Tibi: Botschafter muss Kritik zurücknehmen

JERUSALEM (inn) - Der arabische Knessetabgeordnete Ahmed Tibi hat sich am Mittwoch in einem Brief über Israels Botschafter in den USA, Michael Oren, beschwert. Dieser hatte ihm in der vorigen Woche in einem Artikel vorgeworfen, Terror gegen Israelis zu befürworten.

Tibi (Vereinigte Arabische Liste-Ta´al) sandte sein Schreiben an den Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, Raffi Barak. Darin fordert er, dass Oren seine Bemerkungen aus dem im Magazin "Foreign Policy" veröffentlichten Beitrag zurücknimmt. Er drohte, den Botschafter andernfalls vor Gericht zu bringen. Eine Abschrift des Briefes ging an Premierminister Benjamin Netanjahu, wie die Tageszeitung "Jerusalem Post" berichtet.

Der israelische Araber bezieht sich in seinem Schreiben auf den Artikel "Israels spannkräftige Demokratie". Darin hatte Oren geschrieben: "Tibi, der einst PLO-Chef Jasser Arafat beriet und unlängst palästinensische ‚Märtyrer‘ pries – eine wohlbekannte Beschönigung für Selbstmordattentäter -, dient als Mitglied und Vizesprecher der Knesset." Der Diplomat erwähnte auch die Abgeordnete Hanin Suabi (Balad), die im Mai 2010 mit der umstrittenen "Gaza-Flottille" mitgefahren war. Die arabischen Parteien "rufen routinemäßig zur Zerstörung des Staates Israel auf", kritisierte Oren. Doch die rechtsextreme Kach sei bislang als einzige Partei von Wahlen ausgeschlossen worden.

Tibi schreibt an Barak: "Herr Michael Oren hat auf mich gezielt, meine Worte verbogen und gesagt, dass ich Terroranschläge auf Israelis unterstütze. Der Artikel widerspricht völlig meinen öffentlich bekanntgegebenen Meinungen." Er habe wiederholt erklärt, dass er das Wort "Märtyrer" mit Bezug auf Kinder verwendet habe, die beim israelisch-palästinensischen Konflikt umkamen. Hingegen habe er sich damit nicht auf Selbstmordattentäter bezogen. "Ranghohe Bürokraten dürfen nicht gewählte Vertreter angreifen – selbst wenn es Araber sind", unterstrich der israelische Politiker.

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