Tausende Palästinenser strömen weiter von Gaza nach Ägypten

GAZA (inn) - Ströme von mehreren Tausend Palästinensern sind weiter vom Gazastreifen über die Grenze nach Ägypten gereist. Am Mittwoch hatten militante Palästinenser eine Grenzabsperrung gesprengt.

Wie Augenzeugen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP berichteten, sprengten sie Teile der Grenze bei Rafah mit Bomben oder brachen sie mit Bulldozern durch. Seit Dienstagnacht strömen mehr als Hunderttausend Palästinenser nach Ägypten; die meisten wollen sich auf der ägyptischen Seite von Rafah und El-Arisch mit Gütern versorgen. Viele trugen Ziegen, Hühner, Getränkekisten, Fernseher, Reifen und Zigaretten.

Bis Mittwochabend hatten mehr als 50.000 Menschen die Grenze überquert. Die UN sprach sogar von 350.000 Menschen. Am Donnerstag versuchten ägyptische Sicherheitskräfte, den Strom von Palästinensern zu stoppen. „Wir versuchen, den Fluss im Zaum zu halten – sowohl den nach innen als auch den nach außen“, sagte ein ägyptischer Polizist.

Ägypten will Grenze wieder errichten

Ägypten hat unterdessen den USA versprochen, die Grenze zum Gazastreifen bald wieder zu schließen. Dies teilten arabische und amerikanische Vertreter laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP mit. Ein arabischer Diplomat sagte demnach, Ägypten habe den USA gesagt, es werde den Strom von Palästinensern Donnerstagmittag stoppen und die niedergerissene Grenze wieder aufstellen.

Washington zeigte sich besorgt über die derzeitige Situation in Gaza. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tom Casey, sagte: „Wir alle glauben, dass es sehr wichtig ist, dass an der Grenze Sicherheitsbeamte aufgestellt werden, und dass die Ägypter in der Lage sind, ihre Grenze zu kontrollieren. Das liegt genauso in ihrem eigenen Interesse wie im Interesse aller beteiligter Parteien.“

Israel hat im Sommer 2006 die Einreise von und nach Gaza eingeschränkt, nachdem Militante von dort einen israelischen Soldaten entführt hatten. Nachdem die Hamas die Macht über das Gebiet an sich gerissen hatte, riegelte Israel die Grenze ab und ließ nur humanitäre Hilfe, Treibstoff und Güter der Grundversorgung durch. Vergangene Woche ordnete der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak als Antwort auf den ständigen Abschuss von Kassam-Raketen auf Israel den kompletten Abschluss des Gazastreifens an.

Im Gazastreifen leben 1,5 Millionen Menschen, sie sind größtenteils von ausländischen Hilfen abhängig.

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