“Tag des Landes”: Arabische Demonstrationen gegen “Enteignung”

JERUSALEM / RAMALLAH (inn) - Tausende israelische Araber haben am Mittwoch in verschiedenen Städten gegen die "Enteignung" arabischen Landes protestiert. Auch in den Palästinensergebieten gab es Kundgebungen. Anlass war der "Tag des Landes", der seit 35 Jahren am 30. März begangen wird.

Wie die Tageszeitung "Jediot Aharonot" meldet, waren unter den Demonstranten auch Abgeordnete der Knesset. Der gesamte arabische Sektor in Israel war zudem für einen Tag in den Streik getreten. "Wir führen unseren Kampf gegen die Zerstörung von Wohnhäusern und die rassistische Gesetzgebung fort, die sich gegen die arabische Bevölkerung richten", erklärte der Parlamentarier Hanna Swaid (Hadasch) seine Teilnahme an einer Protestkundgebung in der arabischen Stadt Arabeh in Nordgaliläa.

In der nicht anerkannten Beduinenortschaft Al-Arakib im Negev wurde gegen die "Vertreibung von Arabern von ihrem Landbesitz" demonstriert. Auch der Knesset-Abgeordnete Ahmad Tibi (Vereinigte Arabische Liste) war zugegen.

Ein Bewohner aus dem galiläischen Sachnin, Sami Ganajim, sagte gegenüber "Jediot Aharonot": "Für uns ist der Tag des Landes heilig. Ich werde mich immer an die Invasion unseres Landes und an die Märtyrer erinnern, die getötet wurden, als sie versuchten, es zu beschützen. Das Schlimmste ist, dass der Staat Israel seine arabischen Bürger nicht respektiert und jede Maßnahme ergreift, um uns zu erniedrigen und uns aus dem Land zu verbannen. Doch wir werden nicht zulassen, dass sie diesen Traum verwirklichen."

Hamas-Polizei schlägt Demonstranten

In Gaza zerstreuten die Hamas-Sicherheitskräfte eine Kundgebung zum "Tag des Landes". Die Teilnehmer forderten auch Einheit zwischen den zerstrittenen palästinensischen Parteien. Ein Organisator teilte gegenüber der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an" mit, die Sicherheitskräfte hätten 500 Studenten gejagt und viele geschlagen. Mindestens ein junger Mann sei verletzt worden. Zuvor hatte ein Hamas-Vertreter bestätigt, dass eine Demonstration mit allen Fraktionen für den "Tag des Landes" genehmigt sei.

Die Demonstranten in Gaza forderten ein "Ende der israelischen Blockade" und einen Abzug der Truppen aus der militarisierten Sperrzone an der Grenze zu Israel.

Im Westjordanland wollten Palästinenser auf die israelische Siedlung Beit El zumarschieren. Sie wurden allerdings in Ramallah von der palästinensischen Polizei aufgehalten. Große Versammlungen gab es unter anderem in den Städten Dschenin, Nablus, Tulkarm und Ramallah.

Die Lehrer im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ostjerusalem widmeten ihre erste Unterrichtsstunde der Geschichte des "Tags des Landes". Sie informierten die Schüler über den palästinensischen Kampf, um "Enteignungen" zu verhindern.

Den "Tag des Landes" begehen israelische Araber jedes Jahr am 30. März. An diesem Tag hatten Araber im Jahr 1976 gegen die Beschlagnahmung von Land in Galiläa demonstriert. Bei Zusammenstößen mit Polizisten wurden damals sechs Araber erschossen.

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