Syrischer Patient bei drusischem Überfall getötet

MADSCHDAL SCHAMS (inn) – Drusen haben im Golan einen israelischen Krankenwagen mit syrischen Patienten angegriffen. Ein Syrer kam ums Leben. Der geistliche Führer der drusischen Gemeinschaft verurteilte die Tat.
Der Angriff ereignete sich nahe der Ortschaft Madschdal Schams im Golan.
Es war der zweite Angriff binnen 24 Stunden: Aufgebrachte Drusen haben am Montagabend Steine auf einen israelischen Militärkrankenwagen geworfen, der zwei syrische Patienten transportierte. Beide erlitten lebensgefährliche Verletzungen, zwei Soldaten wurden leicht verwundet. Der Vorfall ereignete sich bei Madschdal Schams im Golan, nahe der syrischen Grenze. Die beiden Syrer wurden per Hubschrauber nach Haifa geflogen, einer von ihnen verstarb unterwegs. Die Soldaten werden im Siv-Krankenhaus in Zefat (Safed) behandelt. Syrische Medien, die dem Assad-Regime nahe stehen, lobten die Tat. Ein Fernsehsender bezeichnete die drusischen Angreifer als „unsere heldenhaften Landsleute“.

Generalstabschef und Premier verurteilen Vorfall

Die israelische Armee indes widersprach Behauptungen, nach denen die Patienten Rebellen der „Al-Nusra-Front“ gewesen seien. Israel „hat die Nusra-Front in den vergangenen vier Jahren nicht versorgt, seit der Bürgerkrieg in Syrien begann,“, teilte Militärsprecher Motti Almos mit. „Wir helfen verwundeten Syrern, die an unsere Grenze kommen, und geben ihnen medizinische Behandlung.“ Er fügte an: „Wir verurteilen jegliche Gewalt gegen israelische Soldaten, verwundete Syrer und überhaupt. Noch schwerer wiegt, dass die Gewalt von israelischen Staatsbürgern ausging.“ Dem schloss sich Generalstabschef Gadi Eisenkot an: „Es kann nicht angehen, dass israelische Soldaten und Verwundete durch israelische Bürger angegriffen werden.“ Premierminister Benjamin Netanjahu ließ laut einer Mitteilung seines Büros verlauten: „Es handelt sich um einen äußerst schwerwiegenden Vorfall. Niemand kann das Gesetz in die Hände nehmen, und niemand darf Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte dabei stören, wenn sie ihre Missionen durchführen. Wir werden die Übertreter nach der Strenge des Gesetzes verurteilen. Ich rufe die drusischen Anführer auf, zu handeln, um zur Beruhigung der Gemüter beizutragen.“

Erster Überfall am Morgen

Bereits am frühen Montagmorgen hatten Drusen im Kommunalrat Hurfeisch in Obergaliläa einen Krankenwagen angegriffen. Sie wollten wissen, zu welcher der Bürgerkriegsparteien die Patienten gehören. Dem Fahrer gelang es jedoch, den Demonstranten zu entkommen. Dabei streifte er einen 54-jährigen Bewohner, der mittelschwer verwundet und operiert wurde. Schließlich erreichte der Krankenwagen die Polizeistation in Ma‘alot nahe der libanesischen Grenze. Polizisten begleiteten ihn in die Küstenstadt Naharija zum Krankenhaus. Die zwei Soldaten und zwei Syrer in dem Fahrzeug erlitten keine Verletzungen, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet.

„Das ist nicht unser Weg“

Drusische Anführer kritisierten anschließend den Angriff und die Gerüchte über die Identität der Patienten. Nach dem zweiten, tödlichen Vorfall sagte der geistliche Führer der drusischen Gemeinschaft in Israel, Scheich Moafak Tarif: „Das ist nicht unser Weg, und wir empfinden Schmerz über die kriminelle Tat, die durch Gesetzesbrecher verübt wurde, und rufen alle Behörden zum Handeln auf.“ „Yediot Aharonot“ zufolge will die Armee die Sicherheitsmaßnahmen für Dutzende verwundete Syrer erhöhen, die derzeit in israelischen Krankenhäusern behandelt werden. (eh)

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen