Studie: Jugendliche in Sderot können von Kibbutzim lernen

BE´ER SCHEVA (inn) - Ein stärkeres Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt könnte Jugendlichen in Sderot helfen, das Trauma der Raketenangriffe zu bewältigen. Das ist das Fazit einer Studie der Ben-Gurion-Universität im Negev.

Wie die Internetausgabe der „Jerusalem Post“ berichtet, ließen Schifra Sagi und Erna Levinson 114 Jugendliche aus Sderot und Kibbutzim im westlichen Negev Fragebögen ausfüllen. So wollten die Forscherinnen herausfinden, wie die Teenager psychisch auf die jahrelangen palästinensischen Raketenangriffe reagieren.

Diese emotionalen Reaktionen verglichen die Wissenschaftler mit denen von 68 Jugendlichen aus Städten und Siedlungen in Nordisrael, die 2006 im Zweiten Libanonkrieg Ziel von Fernlenkgeschossen der Hisbollah waren.

Die Forscher fragten, wieviel Angst die Heranwachsenden hatten. Dann versuchten sie herauszufinden, warum die Jugendlichen, die emotional stabiler zu sein schienen, anders reagierten als traumatisierte Jugendliche.

Die Studie suchte sowohl nach psychologischen als auch nach physiologischen Symptomen wie Schlafstörungen oder Kopf- und Magenschmerzen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, trotz des großen Drucks „relativ moderate“ Symptome gezeigt zu haben. Dennoch waren die Jugendlichen im Negev sehr viel wütender und ängstlicher als die im Norden. Zudem berichteten Mädchen öfter von solchen Emotionen als Jungen. Dies führen die Forscher teilweise darauf zurück, dass es Mädchen „erlaubt“ ist, Gefühle auszudrücken, während Jungen sie zurückhalten.

Jugendliche aus der Stadt Sderot gaben deutlich mehr physische und psychische Symptome an als ihre Altersgenossen aus Kibbutzim im westlichen Negev. Analysen ergaben, dass der größere Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt die Jugendlichen stärkten, so die Forscher. Sie schlussfolgerten, dass dies auch der Jugend in Sderot helfen könnte.

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