Studie: entlassene Terroristen oft an Anschlägen beteiligt

JERUSALEM (inn) – Die israelische Terror-Opfer-Vereinigung „Almagor“ warnt vor der Freilassung arabischer Häftlinge im Austausch gegen die entführten Soldaten. In der Vergangenheit seien zahlreiche entlassene Terroristen später in verheerende Anschläge verwickelt gewesen, berichtet die Organisation.

Eine neue Studie von „Almagor“ zeigt: An mindestens 14 der jüngsten großen Anschläge waren ehemalige Häftlinge beteiligt, die vor der Entlassung „kein Blut an den Händen hatten“. Bei allen früheren derartigen Abkommen habe die überwältigende Mehrheit der Entlassenen ihre terroristischen Aktivitäten wieder aufgenommen, berichtet die Opfervereinigung – „auf Kosten einer riesigen Zerstörung von Leben“. Dabei bezeichnet sie den Ausdruck „ohne Blut an den Händen“ als „Euphemismus“, also als beschönigenden Ausdruck. Denn die geplanten Anschläge dieser Terroristen seien nur gescheitert oder hätten keine Todesopfer mit sich gebracht.

In der Studie nennt die Organisation freigelassene Häftlinge „ohne Blut an den Händen“, die zu Massenmördern wurden. Ein Beispiel ist Abbas Ibn Muhammad Alsaid. Er wurde 1996 entlassen. Er war an drei Selbstmordanschlägen in der Küstenstadt Netanja beteiligt und hat damit 38 Menschenleben auf dem Gewissen: am 4. März 2001 starben dabei drei Israelis und am 18. Mai desselben Jahres fünf. Außerdem half er bei der Planung des Attentats, das von den Israelis als „Pessach-Massaker“ bezeichnet wurde: es wurde am ersten Abend des jüdischen Passahfestes 2002 im „Park-Hotel“ verübt und forderte letztlich 30 Todesopfer.

Ijad Sawalha kam 1998 im Rahmen des Wye-Abkommens frei, das den Interimsabzug der israelischen Truppen aus dem Westjordanland regeln sollte. Im Juni 2002 war er für einen Anschlag in einem Bus verantwortlich, bei dem außer dem Attentäter 17 Menschen starben. Im darauffolgenden Oktober sprengte er neben einem Bus einen Jeep in die Luft – 14 Opfer kamen ums Leben.

Luei Ra´ad Barghuti ist ein weiteres Beispiel. Im August 2003 als „Geste des guten Willens“ für den damaligen palästinensischen Premier Mahmud Abbas freigelassen, war er anschließend an zwei Anschlägen beteiligt. Der erste forderte an einer Bushaltestelle acht Todesopfer, der zweite im Jerusalemer Café „Hillel“ sieben.

Insgesamt zählt „Almagor“ 13 ehemalige Häftlinge auf, die zusammen mindestens 117 Menschenleben auf dem Gewissen haben. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung will die Opfervereinigung Israels Premier Ehud Olmert, Verteidigungsminister Amir Peretz, Generalstabschef Dan Halutz und Interimsjustizminister Meir Schitrit zukommen lassen.

„Almagor“ setzt sich aus Familien von Terror-Opfern und anderen zusammen, die persönlich durch den islamischen Terror in Israel geschädigt wurden. Sie wollen die Regierung aufrufen, auf keinen Fall Terroristen im Austausch gegen die entführten Soldaten Gilad Schalit, Ehud Goldwasser und Eldad Regev freizulassen.

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