Studenten radeln von Sachsenhausen nach Jerusalem

JERUSALEM (inn) – Zwei deutsche Studenten haben am Sonntag Mitarbeitern der Holocaust-Gedenkstätte Jad VaSchem einen Stein aus dem ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen übergeben. Die Strecke von Deutschland nach Israel hatten die beiden mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Am 5. August waren die begeisterten Radfahrer zu dritt in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen gestartet, 25 Kilometer nordöstlich von Berlin: Aaron Blankenburg (21), Alex Laesicke (25) und Dennis Crosby (22). Auf ihrem Weg kamen sie durch die Tschechische Republik, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Montenegro, Bulgarien, Griechenland und die Türkei. In Istanbul trennte sich Crosby von seinen Mitfahrern und kehrte vorzeitig nach Deutschland zurück.

Diese setzten die Fahrt über Syrien und Jordanien fort. Am Golf von Aqaba überquerten sie am 27. September die Grenze nach Israel. Insgesamt haben sie 9.600 Kilometer zurückgelegt. Der Rückflug ist für den 9. Oktober geplant.

In einer feierlichen Zeremonie überreichten sie am Sonntag den Stein, den Häftlinge während der Nazi-Zeit in Sachsenhausen behauen hatten.

Zu seinem Motiv schreibt Blankenburg auf der Homepage der Radfahrer: “Diese Radtour ist für mich zum einen eine logische Konsequenz aus den letzten Touren, da solche Touren süchtig machen und man immer mehr braucht. Und zum anderen ist diese Tour für mich als engagierten Christen und Kirchvorsteher eine Pilgerreise zu den Heiligen Städten. Obwohl viele vielleicht denken, man müsste Hobbyathlet sein, um so eine Strecke zu fahren, bin ich’s nicht.”

Laesicke beschreibt seinen Anlass für die Reise so: “Nachdem die Generation meiner Eltern uns ein Haus Europa geschenkt hat, dass nie schöner war, ist die Aufgabe meiner Generation, die großen Kulturen dieser Welt einander näher zu bringen, eine schöne Aufgabe. Hier wollen wir ansetzen. Wir wollen, dass uns ganz viele Menschen auf unserer Reise begleiten, mit uns lachen, leiden und mit uns für unsere unglaublich schöne Welt begeistern. Wir wollen Multiplikatoren und Botschafter sein und denen, die es noch nicht wissen, zeigen, wie wundervoll unsere kleine Welt ist.”

Crosby sucht nach eigenen Angaben das Abenteuer: “Ich wollte schon immer Abenteuer erleben und Grenzerfahrungen machen… Da ich nun auch noch gerne andere Länder kennenlerne, bietet sich eine Fahrradtour an. Man ist umweltfreundlich unterwegs und in einem Tempo, in dem man alles wahrnehmen kann.”

Als Grund für seine Umkehr in Istanbul gab er vor der Reise an: “Als ich auf der Karte gesehen habe, wie nah der Irak ist, sind all die Bilder aus dem Krieg in mir hochgekommen, und ich habe Angst bekommen. Nach langen Recherchen habe ich herausgefunden, dass diese Angst unbegründet ist, doch ich kriege das Grummeln in meinem Bauch nicht weg. So habe ich mich entschieden, auf meinen Bauch zu hören und werde in Istanbul die Rückreise antreten.”

Mehr über die Radtour von Deutschland nach Israel lesen Sie im Internet unter www.tojerusalem.com.

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