Strand bei Aschkelon gesperrt

Schmutzwasser aus dem Gazastreifen hat Aschkelon erreicht. Die Behörden ziehen Konsequenzen und sperren aus Hygienegründen mehrere Badestrände.
Wegen Wasserverschmutzung ist der Zugang zum Meer bei Aschkelon derzeit untersagt

Foto: Sapir Bucharim, Wikipedia

Wegen Wasserverschmutzung ist der Zugang zum Meer bei Aschkelon derzeit untersagt

ASCHKELON (inn) – Das Gesundheitsministerium hat am Mittwoch den Sikim-Strand südlich von Aschkelon sowie den Strand des Nationalparks Aschkelon für Schwimmer gesperrt. Grund dafür ist eine große Menge an Fäkalien und Bakterien im Meereswasser, die das israelische Küstengebiet aus Richtung des Gazastreifens erreicht. Aufgrund des Strommangels wurde das Abwasser im Gazstreifen nicht gereinigt und gelangte ins Meer.

Der Sikim-Strand befindet sich etwa 2,5 Kilometer nördlich des Übergangs zum Gazastreifen und etwa neun Kilometer südlich von Aschkelon. Der Nationalpark Aschkelon schließt im Süden direkt an die Stadt an. Derzeit gibt es laut der Tageszeitung „Ha’aretz“ keine Informationen darüber, wann die Strände wieder freigegeben werden.

Der Bürgermeister von Aschkelon, Tomer Glam, wandte sich in dieser Angelegenheit an den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. Er forderte, umgehend eine Lösung für die Stromkrise im Gazastreifen zu finden – oder wenigstens für das Abwasserproblem. Die Badesaison sei derzeit in vollem Gange.

Suche nach Lösungen

Die israelische Wasserbehörde hat dem zuständigen Knessetausschuss für Inneres und Umwelt am Mittwoch bereits einen Plan vorgestellt, um dem Problem Herr zu werden. Demnach soll für umgerechnet etwa 750.000 Euro eine Rohrleitung gebaut werden, die nach Sderot führt. Dort soll das Wasser aufbereitet werden.

Aus Sicht mehrerer Experten ist das jedoch nur eine Übergangslösung. Die Wasseraufbereitungsanlage in Sderot arbeite schon jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze, warnte Dafna Zira vom Gesundheitsministerium. Der Israel-Leiter der Umweltorganisation „EcoPeace Middle East“, Gidon Bromberg, pflichtete dem bei. Die einzige dauerhafte Lösung sei, die Stromversorgung für die Wasseraufbereitung im Gazastreifen sicherzustellen.

Die Abgeordnete Ksenia Svetlova (Zionistische Union) schlug vor, internationale Geldgeber anzufragen, um die Stromkrise zu lösen. Ihren Worten zufolge gibt es auch bereits ein Abkommen mit der israelischen Armee, eine Stromleitung allein für die Wasseraufbereitungsanlage zu errichten.

Politische Ursachen

Die Stromkrise ist eine Folge des politischen Konflikts zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und der islamistischen Hamas. PA-Präsident Mahmud Abbas hatte beschlossen, die Kosten für den von Israel gelieferten Strom mit Steuerauflagen zu verteuern. Die Hamas weigerte sich daraufhin, die Stromrechnung aus Ramallah zu begleichen. Abbas wiederum bat Israel, die Stromlieferungen zu kürzen.

Von: df

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