Spannung vor Likud-Parteitag in Tel Aviv: Arik spricht, Bibi auch

TEL AVIV (inn) – Vor dem Treffen des Zentralkomitees (Parteitag) seines Likud-Blocks am Montag in Tel Aviv steckt Israels Premierminister Ariel Sharon in der Zwickmühle: Gibt er sich moderat, verärgert er die Parteibasis – aber eine harte Linie bringt Ärger in Europa und den USA.

71 Prozent der Parteitagsdelegierten sind, einer aktuellen Umfrage der Likud-Mitgliederzeitschrift „Uvdot“ zufolge, gegen die Ausrufung eines unabhängigen Palästinenserstaates. Unabhängig davon erwarten 83 Prozent der Befragten, daß ein palästinensisches Staatswesen – gewünscht oder nicht – entstehen wird.

In einem Leitantrag der Parteirechten heißt es, der Likud-Block lehnt einen Palästinenserstadt ab. Politische Beobachter rechnen damit, daß der Antrag die Mehrheit unter den Delegierten findet.

Auf der Rednerliste steht auch Sharons größter innerparteilicher Rivale, der frühere Premierminister Benjamin (Bibi) Netanyahu. Der charismatische Bibi hat eine Mehrheit des Parteitages hinter sich, da die Zusammensetzung des Gremiums noch aus seiner Zeit als Parteichef stammt.

Netanyahu vertritt zur Zeit eine weiter rechtsgerichtete Politik als Sharon. Während er von 1996 bis 1999 als Regierungschef amtierte war es genau umgekehrt. Keiner der beiden kann sich im Vorfeld der Listenaufstellung für die spätestens im Mai 2003 anstehenden Wahlen zur Knesset eine Niederlage erlauben.

Hintergrund Likud:

Der 1973 gegründete Likud-Block ist die große Rechtspartei in Israel. Seine Stammwähler sind die weniger verdienenden Bevölkerungsgruppen der Großstädte sowie die Bewohner von Entwicklungsstädten im Süden des Landes.

Seine politischen Wurzeln sind die 1948 von Menachem Begin gegründete rechtsnationale Herut-Partei sowie die aus der Allgemeinen Zionistischen Bewegung hervorgegangene Liberale Partei.

Von 1948 bis 1967 sowie von 1969 bis 1977 war die politische Rechte Israels in der Opposition. In den vergangenen 24 Jahren stellte der Likud vier Regierungschefs: Menachem Begin, Yitzhak Shamir, Benjamin Netanyahu und Ariel Sharon.

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