Soldaten entkommen palästinensischem Mob

JERUSALEM (inn) – Zwei israelische Soldaten sind in der Nacht zum Dienstag nur knapp einem palästinensischen Mob entkommen. Versehentlich waren sie in das Flüchtlingslager Kalandija nahe Jerusalem gefahren. Bei Zusammenstößen mit Anwohnern wurde ein Palästinenser getötet.
Ein Schild im Westjordanland warnt Israelis davor, die von Palästinensern verwaltete Zone A zu betreten. Hier droht Juden Lebensgefahr.

Foto: Israelnetz/Dana Nowak

Ein Schild im Westjordanland warnt Israelis davor, die von Palästinensern verwaltete Zone A zu betreten. Hier droht Juden Lebensgefahr.
Dass sie offenbar blind der Navigationsapp „Waze“ folgten, wurde zwei israelischen Soldaten am späten Montagabend fast zum Verhängnis: Versehentlich landeten die Israelis im palästinensischen Flüchtlingslager Kalandija östlich von Jerusalem. Dort wurden sie in ihrem Fahrzeug von Dutzenden Palästinenser angegriffen. Anwohner warfen Steine und Brandsätze auf den Jeep. Dieser fing Feuer und die Israelis mussten zu Fuß fliehen. Auf ihrer Flucht trennten sich die Soldaten. Einem von ihnen gelang es, sofort die Armee zu Hilfe zu rufen. Er wurde innerhalb von 30 Minuten gerettet. Der zweite Soldat konnte erst nach etwa einer Stunde Kontakt mit den Kameraden aufnehmen. Auch er wurde schließlich von der Armee in Sicherheit gebracht. Bei der Suche nach den Vermissten in Kalandija kam es zu Zusammenstößen zwischen den Anwohnern und Soldaten. Dabei wurden ein Palästinenser getötet und mindestens zehn weitere verwundet. Auf israelischer Seite gab es ebenfalls mindestens zehn Verletzte.

Ja‘alon: „Nicht nur auf Technik verlassen“

Israels Verteidigungsminister Mosche Ja‘alon forderte die Angehörigen der Armee dazu auf, sich nicht nur auf Navigationsgeräte zu verlassen. „Ich habe vor Jahren gelernt, wie wichtig das Navigieren anhand einer echten Karte ist – vor allem, um die Umgebung kennenzulernen und sich nicht zu sehr auf Technologie zu verlassen, die den Nutzer fehlleiten kann“, sagte der Minister laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Warnfunktion deaktiviert

Die bei Israelis sehr beliebte Navigations-App „Waze“ verfügt über eine Funktion, durch die das Befahren palästinensisch verwalteter Gebiete vermieden wird. „Waze“ erklärte gegenüber Israelnetz, die beiden Soldaten hätten diese Warnfunktion deaktiviert. „Zusätzlich ist der Fahrer von der vorgeschlagenen Route abgewichen und hat daraufhin das verbotene Gebiet befahren. Es gab außerdem rote Warnschilder auf der betreffenden Straße, die das Betreten des von Palästinensern kontrollierten Gebietes untersagen. Es ist die Verantwortung eines jeden Fahrers auf Straßen- und Verkehrsschilder zu achten und die Gesetze einzuhalten“, heißt es in der Stellungnahme. „Waze“ werde weiterhin mit den entsprechenden Behörden zusammenarbeiten, um solche Pannen zu verhindern. Die Sorgfalt liege letztlich aber in der Hand des Fahrers. Das in Israel entwickelte GPS-gestützte Navigationssystem für Smartphones wurde im Jahr 2013 von Google gekauft. (dn)

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