Soldat wegen Tötung zweier Palästinenserinnen angeklagt

JERUSALEM (inn) - Der israelische Militärstaatsanwalt Avichai Mandelblit hat am Dienstag Klage gegen einen Soldaten wegen fahrlässiger Tötung zweier Palästinenserinnen erhoben. Der Armeeangehörige hatte die Frauen während der Operation "Gegossenes Blei" im Gazastreifen getötet.

Bei den Anschuldigungen geht es um einen Vorfall vom 4. Januar 2009 nahe Gaza. Laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ hatte sich damals eine Gruppe von etwa 30 palästinensischen Zivilisten, einschließlich Frauen und Kindern, einer Position des israelischen Militärs genähert. Die Menschen schwenkten weiße Flaggen. Dennoch eröffnete der Beschuldigte das Feuer auf die Gruppe. Dabei wurden eine 64 Jahre alte Frau und ihre 35-jährige Tochter getötet. Der Vorfall wird auch im sogenannten „Goldstone-Bericht“ erwähnt.

Die Militärjustiz hatte in den vergangenen 18 Monaten mehr als 400 Armeeangehörige im Zusammenhang mit Beschwerden nach dem Militäreinsatz im Gazastreifen angehört. Zahlreichen Soldaten drohen nun Straf- oder Disziplinarverfahren.

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