Soldat nach 31 Jahren im Koma gestorben

Der israelische Soldat Avraham Adschami ist nach 31 Jahren im Wachkoma gestorben. Er hatte während des Libanon-Konflikts schwere Verletzungen erlitten.
Avraham Adschami überlebte 1987 eine Granatenexplosion mit schweren Verletzungen und lag seitdem 31 Jahre lang im Wachkoma

Foto: Diana (@52208053), Twitter

Avraham Adschami überlebte 1987 eine Granatenexplosion mit schweren Verletzungen und lag seitdem 31 Jahre lang im Wachkoma

HOLON (inn) – Der israelische Soldat Avraham Adschami ist am Dienstag nach 31 Jahren im Wachkoma im Alter von 50 Jahren gestorben. Adschami hatte bei den israelischen Verteidigungsstreitkräften im Süden des Libanons gedient. 1987 explodierte eine Granate neben ihm. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht und lag seitdem im Wachkoma. Vor zwei Wochen erkrankte er an einer Lungenentzündung, die zu seinem Tod führte. Am Mittwoch fand die Beerdigung auf dem Militärfriedhof in Holon statt. Tausende nahmen daran teil.

Adschamis Freunde und Familie haben ihn laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ als schüchternen 19-Jährigen in Erinnerung, der „von allen geliebt wurde“. Seine Schwester, Metuka Aspir, beschreibt ihn als introvertiert und hilfsbereit. „Er hatte nie eine Freundin, weil er erst 19 war und 19 blieb. Er bekam dieses Privileg nicht.“ Sein Bruder Reuven sagte in seiner Grabrede, dass ihn seine Freunde liebten und es scheine, als ob er wirklich eine besondere Person gewesen sei. „Nach der Verletzung erzählten sie uns Dinge über ihn, die wir nicht wussten, weil er so schüchtern war. Er war keine gewöhnliche Person.“

„Unerträglicher Verlust“

Adschamis Kommandeur sagte, er habe eine immense innere Kraft gehabt und immer gelächelt. „Ich erinnere mich daran, wie wir einmal versuchten, ihn zu erziehen und ihm sagten, er solle aufhören zu lächeln. Er sagte ‚Okay‘, aber kam lächelnd zurück und sagte ‚Ich kann einfach nicht aufhören‘.“ Vizeminister für Diplomatie im Büro des Premierministers Benjamin Netanjahu, Michael Oren, sagte, es sei für die Familie ein unerträglicher Verlust. „In meinem Namen und im Namen der Regierung wünsche ich Ihnen Frieden, Ruhe und Erholung, was sie nach all den Jahren so sehr verdienen.“

Israel schickte 1982 Truppen in den Südlibanon. Auslöser waren vermehrte Anschläge auf israelische Botschaften von Gruppen aus dem Libanon und Raketenbeschüsse auf Nordisrael vom Süden des Libanon. Der Großteil der israelischen Truppen ist 1985 wieder abgezogen. Nur im Süden des Libanon verweilten sie bis zum Jahr 2000.

Von: jea

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