Sohn von Terror-Opfer: Verzweifelter Appell an Palästinenser

BEIT SHE´AN (inn) – Nach dem Selbstmordanschlag in der israelischen Ortschaft Sde Trumot südlich von Beit She´an im Jordantal hat der Sohn des Opfers der Mutter des Attentäters vorgeworfen: “Wie konnten Sie zulassen, daß sich Ihr Sohn in die Luft sprengt?”. Am Donnerstagmorgen hatte sich ein Palästinenser in einem Lebensmittelgeschäft in die Luft gesprengt und den Ladenbesitzer mit in den Tod gerissen.

Angaben eines Polizeisprechers zufolge wollte der Attentäter den Anschlag offenbar in einem Bus oder an einem anderen belebten Ort verüben. Von einer nahegelegenen Haltestelle sei er auf den Laden zugegangen und dort von dem Besitzer, dem 58jährigen Avner Mordechai, gestört worden. Entgegen seiner ursprünglichen Absicht habe er das Geschäft betreten und sich dort in die Luft gesprengt. Augenzeugen berichteten dem aktuellen Dienst der Zeitung “Yediot Ahronot”, der Attentäter habe sehr nervös gewirkt.

Zu dem Anschlag bekannte sich der Jihad al-Islami.

Der Sohn des Opfers, Dror Mordechai, wandte sich anschließend an die Mutter des Attentäters: “Ich habe eine Botschaft an die arabische Mutter, die ihren Sohn heute geschickt hat, sich in die Luft zu sprengen. Schauen Sie sich meine Mutter genau an. Heute hat sie ihren Mann verloren, und wir haben den Vater und Großvater verloren. Vielleicht muß man zum Herzen dieser palästinensischen Mutter sprechen, damit sich etwas ändert. Wie kann sie ihr Kind schicken, das sie neun Monate im Mutterleib getragen und dem sie Milch gegeben hat? Wie kann sie zulassen, daß es sich in die Luft sprengt?”

Er wies auf seine einst guten Beziehungen zu Arabern hin: “Wir sprechen Arabisch und kennen die Araber sehr gut, sie arbeiten mit uns. Vor der ‘Intifada’ saßen wir zusammen und redeten miteinander.”

Den israelischen Politikern könne man keine Vorwürfe machen. “Ich bin sicher, daß die israelische Regierung alles tut, was sie kann”, so der Israeli. “Sie kann nicht überall zehn Leute aufstellen, die alles bewachen. Das Problem liegt beim palästinensischen Volk und nicht bei den Regierungen. Die Regierungen, die Anweisungen geben, können nicht alles hermetisch abriegeln. Man muß sich hinsetzen und mit ihnen reden und zu einem Vertrag kommen, denn das wird kein Ende nehmen.”

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