„SodaStream“ bietet syrischen Flüchtlingen Arbeit an

RAHAT (inn) – Das israelische Getränkeunternehmen „SodaStream“ möchte 200 syrischen Flüchtlingsfamilien bei einem Neustart helfen. Der Firmenchef weigere sich, mit anzusehen, wie sich die menschliche Tragödie entfalte.
Die „Sodastream“-Anlage in Ma'aleh Adumim soll Ende 2015 geschlossen werden. Der Standort in Rahat bietet Flüchtlingen Arbeit und Hilfe an.
Die „Sodastream“-Anlage in Ma’aleh Adumim soll Ende 2015 geschlossen werden. Der Standort in Rahat bietet Flüchtlingen Arbeit und Hilfe an.
„SodaStream“ hat angeboten, syrische Flüchtlinge in seiner neuen Fabrik in Rahat in der Negev-Wüste zu beschäftigen. Die Firma und der Bürgermeister der Beduinenstadt Rahat, Talal al-Krenawi, kündigten an, sie könnten 1.000 Personen oder bis zu 200 Flüchtlingsfamilien aufnehmen. Rund 30 Prozent der 1.100 Arbeiter der Firma lebten in Rahat. Israel hat noch nicht zugestimmt, syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Der „SodaStream“-Geschäftsführer Daniel Birnbaum sagte laut einer Mitteilung des Unternehmens: „Als ein Sohn eines Holocaust-Überlebenden weigere ich mich, neben der sich nach der syrischen Grenze entfaltenden menschlichen Tragödie zu stehen und diese mit anzusehen.“ Die israelische Regierung muss diesem Vorhaben noch zustimmen.

Lokale Wirtschaft soll Flüchtlingen Hilfe anbieten

Weiter zitiert die Onlinezeitung „Times of Israel“ Birnbaum: „So wie wir stets unser Bestes getan haben, um unseren palästinensischen Brüdern und Schwestern im Westjordanland zu helfen, ist die Zeit für die lokale Wirtschaft und kommunale Vertreter gekommen, sich der syrischen humanitären Krise zuzuwenden und die Initiative zu ergreifen, den Bedürftigen zu helfen. Wir können nicht erwarten, dass unsere Politiker die ganze Last der Bereitstellung von Hilfe tragen.“ Vor rund einem Jahr hatte „SodaStream“ angekündigt, eine Fabrik von der Siedlung Ma‘aleh Adumim im Westjordanland nach Lehavim in Südisrael zu verlegen. Alle Angestellten könnten ihre Arbeitsplätze behalten, hieß es. Die Palästinenser hätten aber eine lange Anfahrt und benötigten eine Arbeitsgenehmigung für Israel. Die Anlage im Siedlungsgebiet war pro-palästinensischen Aktivisten ein Dorn im Auge, viele fordern einen Boykott der Produkte. Die „Sodastream“-Vertreterin Nirit Hurwitz sagte damals, der Umzug habe „rein kommerzielle“ Gründe. Ein Zusammenhang zum Druck von pro-palästinensischen Aktivisten, welche die Firma boykottieren, bestehe nicht. (ms)

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