Seit Mitte der Woche läuft die Evakuierung der Bewohner in Teilen der Grenzstadt. Die meisten betroffenen Bürger wünschen sich Geld als Entschädigung. Der ägyptische Generalmajor Abdel Fattah Harhur sagte laut der Zeitung „Egypt Independent“, die Bewohner würden angemessen entschädigt. 65 Prozent der betroffenen Familien stimmten der Räumung zu und bekommen Geld als Kompensation, gaben die Gouvernementsbehörden im Nordsinai bekannt. 29 Prozent der Familien bekämen Geld für das zerstörte Haus und ein Ersatzgrundstück. Der Rest ziehe in Sozialwohnungen.
Keine Entschädigung für Häuser mit Tunneleingängen
Die 802 betroffenen Häuser seien geräumt, sagte Generalmajor Harhur und fügte hinzu: „Aber für 78 Gebäude gibt es keine Entschädigung, weil darunter Tunnel versteckt waren.“
500 Meter soll die Pufferzone für erhöhte Sicherheit im Nordsinai breit werden. Aufgrund der rund 800 Häuser betreffenden Zwangsräumung mussten etwa 1.150 Familien umsiedeln – dies geht aus Zahlen des Gouvernements Nordsinai hervor.
Ein Teil der Wohnungsbesitzer in El-Arisch, Rafah und Scheich Suwaid sowie Autobesitzer nutzten die Situation aus und hätten die Preise für Wohnraum und etwa Möbeltransporter erhöht, berichtet „Egypt Independent“ mit Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters.
Unterdessen haben die ägyptischen Streitkräfte in Zusammenarbeit mit der Polizei ihre Aktivitäten und Präsenz in den drei genannten Städten im Nordsinai verstärkt. Sie suchen weiterhin Beteiligte an dem Anschlag von vergangenem Freitag in Karam al-Kawadis. Dabei wurden 33 ägyptische Soldaten getötet (Israelnetz berichtet). Straßen sollen gesperrt, Telefon- und Internetverbindungen unterbrochen worden sein, um die Kommunikation der Terroristen zu unterbinden. Auch Häuser und die Identitäten der Bewohner in El-Arisch überprüfte die Polizei als Teil der Untersuchungen. Die ägyptische Regierung hat der Hamas im Gazastreifen vorgeworfen, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein.