Siedler danken palästinensischem Retter

Ein Jahr lang braucht eine Siedlerfamilie nach einem Verkehrsunfall, um ihren Retter ausfindig zu machen. Dann danken die Israelis dem Palästinenser bei einer besonderen Feier.
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Als der Palästinenser das demolierte Auto der Siedler erblickte, handelte er sofort

Foto: MEM, YouTube; Screenshot Israelnetz

Als der Palästinenser das demolierte Auto der Siedler erblickte, handelte er sofort

EFRAT (inn) – Dass sie vor einem Jahr einen schweren Verkehrsunfall überlebte, hat die Siedlerfamilie Bir einem Palästinenser zu verdanken. Er holte die Israelis seinerzeit aus dem demolierten Fahrzeug heraus und sorgte dafür, dass andere Palästinenser die Rettungskräfte alarmierten. Nun haben sie ihre Bewahrung gefeiert – und sich persönlich bei dem Retter bedankt. Das berichtete der Fernsehsender „Kanal 10“ am Montag.

Dabei war es nicht leicht, den bescheidenen Palästinenser namens Abed aufzuspüren. Monatelang suchte die Familie aus der Siedlung Efrat bei Bethlehem nach ihm. Schließlich halfen ihre Kontakte zu einem Unternehmen, das Gruppenreisen mit dem Jeep anbietet. Mitarbeiter gaben die Anfrage an arabische und beduinische Bekannte weiter, sagte der Familienvater Ariel Bir der Onlinezeitung „Times of Israel“. Auf diese Weise stießen die Siedler endlich auf Abed, der in einer Ortschaft bei Hebron lebt.

Erst die Kinder retten

Der Frontalzusammenstoß hatte sich im Juli 2017 auf dem Weg nach Jerusalem ereignet. Abed war der Erste am Unfallort. Er holte zuerst die kleine Tochter Arbel aus dem Wagen. Denn er befürchtete, dass das Baby mit dem Kopf auf die zerschmetterte Windschutzscheibe knallen würde. Zudem rettete der Palästinenser den Vater Ariel, der schwer verletzt war, sowie zwei weitere Kinder aus dem Fahrzeug. Mutter Schira Bir konnte das Auto hingegen selbstständig verlassen.

Nach dem Unfall wurde ein Video von der Rettungsaktion in den Sozialen Medien verbreitet. Darin ist zu sehen, wie Abed sofort reagiert, als er festgestellt hat, dass sich kleine Kinder in dem Fahrzeug befinden. Er fragt auch Schira Bir auf Hebräisch, ob bei ihr alles in Ordnung ist.

Am vergangenen Donnerstag feierten die Familie und Abed gemeinsam ihre Rettung. Ariel Bir sagte seinem Retter bei der Feier: „Ich stehe für immer in Ihrer Schuld.“ Der Palästinenser entgegnete: „Wir sind alle Brüder.“ Die Großmutter Schlumit Bir stellte fest: „Es gibt kein Blut und keine Nationen, keine Politik, es gibt nur Menschen. Und das vergessen wir mitunter.“

Von: eh

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