„Sie tragen Ihre jüdische Identität mit Stolz“

Israels Präsident Herzog reist vier Tage durch Australien. Dabei spricht er mit Überlebenden des Massakers am Bondi-Strand. Seine Reise wird von anti-israelischen Protesten überschattet. Auch der Tod der Australierin Zomi Frankcom war Thema.
Von Israelnetz

CANBERRA / SYDNEY (inn) – Während seines Besuchs in Australien hat der israelische Präsident Jizchak Herzog der fünfzehn Opfer des antisemitischen Terroranschlags vom 14. Dezember am Bondi-Strand in Sydney gedacht. Dabei traf er sich mit den Familien der Todesopfer und Überlebenden.

Herzog trat seine Reise am Montag auf Einladung des australischen Premierministers Anthony Albanese (Australian Labour Party, ALP) an und damit rund zwei Monate nach dem Terroranschlag auf eine Channuka-Feier am Bondi-Strand.

Gedenken an die Opfer des Chanukka-Anschlags

In einer Gedenkansprache am Anschlagsort sagte er: „Fünfzehn unschuldige Menschen, Juden und Nichtjuden, wurden durch Grausamkeit, Hass, Bosheit und Extremismus erschossen“. Die Narben, die der Terrorakt bei Australiern und Juden weltweit hinterlassen habe, werde beide Nationen für immer prägen, fuhr er fort.

Zudem würdigte er den Beistand, den Israel seit dem 7. Oktober 2023 von australischen Juden erfahren habe. An seine Zuhörer gewandt sagte er: „Sie tragen Ihre jüdische Identität mit Stolz“ und lobte den „pro-aktiven Zionismus“ der jüdischen Gemeinschaft in Australien.

Mit seinem Besuch wolle er der jüdischen Gemeinschaft in Australien Trost spenden, erklärte Herzog weiter. Zugleich gelte es, die Beziehung zwischen Israel und Australien zu stärken. Australien gehörte zu den Ländern, die im September 2025 einen Staat Palästina formal anerkannt hatten. Israel kritisierte diesen Schritt scharf. Seitdem gelten die Beziehungen als belastet.

Am Mittwoch reiste der israelische Präsident in die Landeshauptstadt Canberra. Albanese und die australische Generalgouverneurin Sam Mostyn empfingen Herzog mit 21 Salutschüssen – die traditionelle Ehrenbezeugung für Staatsoberhäupter und hohe Würdenträger.

In einer Rede im australischen Parlament dankte Albanese Herzog für den „Trost“, den dieser mit seinem Besuch der jüdischen Gemeinschaft in Australien gebracht habe. Auch Mostyn betonte die Wichtigkeit seines Besuchs für die australischen Juden. 

Zudem zeigte sie Herzog während eines gemeinsamen Frühstücks im Regierungshaus ein Bild seines Vaters Chaim Herzog (1918–1997), das vor 40 Jahren aufgenommen wurde. Der damalige Präsident Israels war damals das erste Oberhaupt des jüdischen Staates, das Australien offiziell besuchte.

Albanese: Den Konflikt nicht nach Australien tragen

Herzogs Besuch wurde von landesweiten anti-israelischen Protesten überschattet. Am Montag kam es während einer Demonstration in Sydney zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die Polizei verhaftete 27 Personen. Albanese zeigte sich darüber entsetzt. Australier „wollen nicht, dass der Konflikt hierhergebracht wird“, sagte er gegenüber der Presse und ergänzte: „Sie wollen, dass das Töten aufhört, egal, ob es Israelis oder Palästinenser sind.“

Auch am Mittwoch kam es zu Protesten in Canberra, denen sich auch einige Politiker der Partei „Greens“ (Grüne) anschlossen. Die Demonstranten kritisierten auch Albanese für dessen Einladung an Herzog. Darauf angesprochen, sagte der Premierminister gegenüber der Presse: „Wäre Präsident Herzog nicht hier, hätte ich ihn nicht auf Zomi Frankcom ansprechen können.“

Damit bezog er sich auf den Tod der Australierin Lalzawmi „Zomi“ Frankom, die im April 2024 durch israelischen Beschuss im Gazastreifen ums Leben kam, während sie für die Hilfsorganisation „World Central Kitchen“ gearbeitet hatte. Albanese erklärte, dass er gegenüber Herzog deutlich gemacht habe, dass Australien auf Transparenz bezüglich des Vorfalls bestehe und die Bestrafung der Verantwortlichen fordere.

Die Untersuchung des Vorfalls dauert noch an. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte damals von einem „tragischen Zwischenfall“ gesprochen und den Tod von insgesamt sieben unschuldigen Personen bedauert. (mw)

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2 Antworten

  1. „Die Australier wollen nicht, dass der Konflikt nach Australien gebracht wird“, aber der Hass auf Israel darf überall hingebracht werden. Dagegen müsste demonstriert werden und nicht gegen Herzog. 🙏🇮🇱💙

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  2. Premierminister Anthony Albanese ( Labour Party, keine gute Partei): das Töten von Israelis oder Palästinensern soll aufhören. Wo sind die toten Palästinenser in Australien?

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