Sicherheitsexperte: Keine neue Intifada in Sicht

TEL AVIV (inn) – Die israelische Sicherheitszusammenarbeit mit Palästinensern ist besser denn je, betonen Sicherheitsexperten. Dies gelte auch angesichts dreier neuerlicher Vorfälle, bei denen Palästinenser Israelis getötet haben.
Laut Experten ist die Sicherheitszusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinensern so gut wie seit Jahren nicht mehr.

Schlomo Brom, der am Institut für Nationale Sicherheitsstudien in Tel Aviv forscht, lobte gegenüber der amerikanischen Nachrichtenagentur „The Media Line“ das Auftreten der palästinensischen Sicherheitskräfte. „Das ist die beste Sicherheitszusammenarbeit, die wir seit Jahren haben“, sagte Brom, „Die palästinensischen Sicherheitskräfte sind viel professioneller als in der Vergangenheit und sie sind nicht politisch.“
Der frühere Brigadegeneral wies darauf hin, dass sich der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Mahmud Abbas für die Sicherheitszusammenarbeit mit Israel entschieden habe – trotz wachsender Verärgerung der „palästinensischen Straße“ über den Siedlungsbau.
In den vergangenen Monaten hatte es Übergriffe auf Israelis gegeben, unter anderem wurde der Reserve-Oberst Sarija Ofer mit einer Axt getötet (Israelnetz berichtete). Diese Vorfälle hatten viele Israelis als Vorzeichen einer weiteren Intifada gedeutet. Doch Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass es sich bei diesen Einzelfällen eher um Streitigkeiten um Geld denn um den Nahost-Konflikt gehandelt habe.
Gleichwohl bestehe der Konflikt weiter. „Das Ethos des palästinensischen Volkes hat sich nicht geändert, niemand wurde ein Zionist oder hat irgendeine Liebe zu Israel“, sagte Ronni Schaked, ein israelischer Journalist, der an „Harry S Truman Forschungsinstitut für Friedensentwicklung“ in Jerusalem forscht. Seit 2008 habe es nur noch sporadische Übergriffe auf Juden, jedoch keine organisierten Aktionen gegen Israelis gegeben.

Freilassung mit Absicht

Israel plant in dieser Woche, im Rahmen der Verhandlungen mit den Palästinensern 26 palästinensische Gefangene freizulassen. Fast alle sind beschuldigt, Israelis getötet zu haben. Schaked erklärte, dass in der Regel etwa 17 Prozent der freigelassenen Gefangenen wieder terroristisch tätig werden. Im Vergleich würden 66 Prozent der freigelassenen Kriminellen wieder straffällig.
Die Freilassung der palästinensischen Terroristen führe dazu, dass die moderaten Kräfte in der PA Einfluss gewinnen, so die Hoffnung Broms und Schakeds. „Die Freilassung der Gefangenen wird Abbas das Gefühl geben, dass er gegenüber Israel etwas erreicht hat“, erklärt Schaked.

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